Eine merkwürdiger Dopingfall rückt den Leichtathletik-Weltverband IAAF ins Zwielicht: Dieser suspendierte die dreimalige russische Hallenweltmeisterin Tatjana Kotowa erst siebeneinhalb Jahre nach einem erst jetzt bekannt gewordenen positiven Dopingtest bei der WM 2005 in Helsinki.

Laut der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA wurde im Januar 2013 erst ein Verfahren gegen die damals auf eine verbotene Substanz getestete Weitspringerin eingeleitet. Die 36-Jährige, die nach verpasster Olympiaqualifikation 2012 zurücktrat, hat keine Sperre mehr zu fürchten.

Konsequenzen könnte es für die Russin jedoch in anderer Form geben: Ihr können Medaillen aberkannt werden, die sie in einer Zeit gewann, in der wohl nicht startberechtigt gewesen wäre. 2006 wurde Kotowa Hallen-Weltmeisterin, 2007 gewann sie WM-Bronze.

Wird Kotowa gesperrt, setzt sie eine traurige Serie fort, denn derzeit sind 31 russische Leichtathleten wegen Dopings außer Gefecht. Zuletzt wurde Olesja Syrewa, Zweite der Hallen-WM über 3000 m, für zwei Jahre auf Eis gelegt.

Im Dezember traf es die Diskus-Olympiazweite Darja Pitschtschalnikowa und den Hammerwurf-Olympiafünften Kirill Ikonnikow sowie Kugelstoßerin Swetlana Kriweljowa, die infolge der Nachtests alter Proben ihr Olympia-Bronze von Athen 2004 verlor.

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