Fünf Monate nach seiner Verwarnung wegen Bestechung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigt sich Lamine Diack als Vorreiter der Anti-Korruptionsbewegung im internationalen Sport.

Sein Weltverband IAAF hat zum 1. Mai eine neue Regel gegen Wettbetrug und Korruption eingeführt. Sie soll Modellcharakter für andere olympische Verbände haben.

Durch die neue IAAF-Regel 9 drohen Athleten und Funktionären Sperren bis zu vier Jahren für die Teilnahme, Unterstützung und Förderung von Wetten in Zusammenhang mit einem sportlichen Wettbewerb oder einem vergleichbaren Ereignis. Bei bekannt werdenden Verstößen soll eine Ethikkommission der IAAF aktiv werden.

Die Ethikkommission des IOC hatte den Senegalesen Diack nach einjährigen Ermittlungen am 8. Dezember 2011 ebenso wie einen anderen afrikanischen Sport-Funktionär milde bestraft:

Afrikas Fußball-Chef Issa Hayatou (Kamerun) erhielt einen Verweis, Diack eine Verwarnung.

Unbestraft geblieben war der langjährige Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA, Joao Havelange. Das 95 Jahre alte IOC-Ehrenmitglied aus Brasilien hatte sich einer Sanktion durch den Austritt aus dem IOC entzogen.

Er soll 1,5 Millionen Schweizer Franken (rund 1,2 Mio. Euro) in der Schmiergeld-Affäre um den früheren Rechtevermarkter ISL erhalten haben, der vor zehn Jahren mit gewaltigen Schulden in Konkurs gegangen war.

43.000 Dollar (32.200 Euro) kassierte angeblich Diack von ISL, er will das Geld aber als Spende für den Aufbau seines abgebrannten Hauses erhalten haben.

Rund 20.000 Dollar (15.000 Euro) soll Hayatou 1995 genommen, aber angeblich zur 40-Jahr-Feier des Verbandes von Kamerun ausgegeben haben.

Unbehelligt blieb wie Havelange auch sein Nachfolger als FIFA-Chef, Joseph S. Blatter, der 2006 nach Anschuldigungen gegen einige Funktionäre einen Ethikrat im Weltverband installiert hatte.

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