Das deutsche Weltverbands-Councilmitglied Helmut Digel hält die Debatte um das russische Anti-Homosexuellen-Gesetz bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau für deplatziert.

"Ich bin der Meinung, dass man die Sportarena nicht zur politischen Artikulation nutzen sollte", erklärte der Tübinger Soziologe am Freitag. "Man muss die Gesetze eines Landes respektieren. Außerdem kennt kaum jemand den wirklichen Inhalt des Gesetzes."

Die Kontroverse um das Gesetz gegen "Homosexuellen-Propaganda" war am Donnerstag hitziger geworden, nachdem die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro in der Qualifikation auf ungewöhnliche Art gegen das Gesetz protestiert hatte.

Sie hatte sich die Farben des Regenbogens auf ihre Fingernägel lackiert. Der Regenbogen ist ein Symbol der Schwulen- und Lesben-Bewegung.

Daraufhin hatte die russische Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Issinbajewa die Aktion der beiden schwedischen Athletinnen "nicht respektvoll gegenüber unseren Menschen und Sportlern" verurteilt und betont: "Ich unterstütze unsere Regierung."

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