Kugelstoß-Olympiasieger Udo Beyer hat ungleiche Maßstäbe bei der Beurteilung von Doping in West- und Ostdeutschland angeprangert.

"Wo ist denn da der Unterschied? Ich erkenne keinen. Klauen ist Klauen, Bescheißen ist Bescheißen und Doping ist Doping" sagte der 58-Jährige aus Potsdam der "Sport Bild".

Hintergrund ist die Studie "Doping in Deutschland", in der die Doping-Vergangenheit der Bundesrepublik beleuchtet wird. "Aber wenn ich jetzt die Diskussion verfolge, stelle ich fest: Es hat sich nichts verändert. Die Scheinheiligkeit ist unverändert da", sagte Beyer.

Unter anderem unterscheide der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, zwischen Doping in Ost und West.

Beyer hatte zuletzt in einem Dokumentarfilm selbst die Einnahme verbotener Substanzen eingeräumt. Er sei aber zurecht 1976 Olympiasieger in Montréal geworden, da er der Beste im Wettkampf gewesen sei. Mit der Veröffentlichung von Namen westdeutscher Doper rechne er aus Datenschutzgründen nicht, sagte Beyer.

"Es ist ja nicht so wie bei den Ostdeutschen, wo einfach alles gemacht werden durfte. Da wurden ohne Rücksicht die Namen öffentlich gemacht", sagte Beyer. "Ich bin mir sicher, im Westen wird das nicht passieren."

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