Doping-Experte Fritz Sörgel hat Super-Sprinter Usain Bolt in der Debatte um mögliches Doping entlastet. "Ich habe mir seine Muskeln angeschaut und festgestellt: Bolt ist nicht der Anabolika-Typ", sagte der Wissenschaftler im Gespräch mit der "Sport-Bild".

Wie Sörgel ausführte, gebe es zwei typische Körperstellen für Anabolika-Doping. Das seien Oberschenkel und Hals bzw. Nacken.

"Da hat Bolt auffallend wenig Muskeln im Vergleich zu den anderen erwischten 100-m-Sprintern wie Tyson Gay oder auch bei den Frauen Florence Griffith-Joyner. Bei Bolt deutet da nichts auf Doping hin. Er sieht sauber aus", sagte der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Heroldsberg bei Nürnberg.

Sörgel traut dem Jamaikaner die Ausnahme-Leistungen auch ohne Anabolika zu. "Er war schon in jungen Jahren überragend. Seine Leistung hat sich stetig weiterentwickelt. Aber natürlich ist auch bei ihm Skepsis angebracht. Falls er dopt, macht er das sehr geschickt", sagte der Wissenschaftler.

Der Kölner Dopingforscher Wilhelm Schänzer hat mehr Zweifel. "Bei mir überwiegt die Skepsis", sagte Schänzer: "Für Bolt spricht, dass er über Jahre konstant gut ist. Es gibt nicht die Ausreißer nach oben. Aber trotzdem kann es sehr gut sein, dass er manipuliert, und die Statistiken der überführten Sprinter sprechen dafür. Wenn man geschickt dopt und niedrig dosiert, ist man schwer zu erwischen", so Schänzer.

Bolt hatte bei der WM in Moskau am Sonntag problemlos in 9,77 Sekunden den Titel über 100 m gewonnen.

Der 26-Jährige, der 2009 bei der WM in Berlin in 9,58 den noch immer gültigen Weltrekord aufgestellt hatte, greift in der russischen Metropole am Samstag noch nach dem Titel über 200 m und am Sonntag nach dem Sieg in der Staffel.

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