Schließt sich der Kreis? 33 Jahre nach dem Olympia-Coup von Lutz Dombrowski bei den Boykott-Spielen von Moskau peilen die deutschen Weitspringer um Europameister Sebastian Bayer (27) im Luschniki-Stadion wieder eine Medaille an.

Der Olympia-Fünfte geht optimistisch in die Qualifikation bei der Leichtathletik-WM in Russland (Mittwoch, 8.25 Uhr). Sein Ziel: "Sicher ins Finale kommen, dann ist von Platz eins bis zwölf alles drin." Sollte es zu Edelmetall reichen, wäre es die erste WM-Medaille für einen deutschen Weitspringer überhaupt.

Wie Bayer, der mit seinen 8,04 m nur als deutsche Nummer drei zu den Titelkämpfen geflogen ist, aber als ausgewiesener Meisterschafts-Springer gilt, rechnen sich auch Ex-Europameister Christian Reif und der deutsche Meister Alyn Camara einiges aus.

"Es ist die Weltmeisterschaft, der wichtigste Wettkampf des Jahres - da steigt der Druck von außen und innen", sagte Reif, der in diesem Jahr bereits 8,27 m vorlegte: "Aber ich bin richtig gut vorbereitet und habe keine Verletzungssorgen. Ich will den Endkampf erreichen."

WM-Debütant Camara sieht sich mit seinen 8,29 m in einer ungewohnten Rolle. Nicht die Stars der Szene Bayer und Reif, sondern der Leverkusener ist in diesem Jahr die Nummer eins des DLV.

"Das hätte ich nie gedacht", sagte der 24-Jährige und dämpfte die Erwartungen: "Christian ist der konstanteste Springer von uns. Seine Leistungen waren in diesem Jahr saustark."

Das trifft auch auf den Weltjahresbesten Luis Rivera aus Mexiko (8,46 m) zu. Zudem werden Lokalmatador Alexander Menkow aus Russland (8,42 m) und Titelverteidiger Dwight Philips aus den USA mit guten Chancen in den Wettkampf gehen.

Dahinter liegen der Spanier Eusebio Caceres (8,37 m) und der Chinese Jinzhe Li (8,34 m) wie die Deutschen in Lauerstellung. Camara: ""Die Leistungsdichte ist extrem. Die Top 20 der Meldeliste kommen für die Medaillen infrage."

Vielleicht muss das Trio für Edelmetall sogar den deutschen Rekord brechen. Den hält immer noch Dombrowski - mit seinen 8,54 m von Moskau.

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