Diskus-Olympiasieger Robert Harting (28) hat sich erneut für ein rigoroseres Vorgehen gegen Doping-Sünder ausgesprochen und härtere Strafen ins Gespräch gebracht.

Der Berliner fordert "mindestens eine Fünf-Jahres-Sperre, die wirklich abschreckend wirken würde", dies sagte er in einem Interview mit dem Focus.

Bei der Leichtathletik-WM in Moskau will der Titelverteidiger nach dem Doping-Skandal um die Sprinter Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika) auch seine Konkurrenten genau mustern.

"An der Haut und an starker Akne kann man schon ablesen, was ich dem Körper so alles für Stoffe zuführe", sagte Harting: "Die Crux ist nur, diese verdächtigen Athleten starten dann ja trotzdem im Wettkampf, weil es keine international gleichwertigen Anti-Doping-Testprogramme gibt."

Vor drei Tagen hatte der Leichtathletik-Weltverband IAAF angekündigt, des Dopings überführte Ersttäter ab 2015 wieder für vier Jahre zu sperren.

Derzeit beträgt die Strafe für Ersttäter zwei Jahre, dementsprechend verpassen überführte Sünder momentan keinen kompletten olympischen Zyklus. Die IAAF hatte die Dauer der Sperren 2004 im Einklang mit den WADA-Bestimmungen halbiert.

Harting, amtierender Welt- und Europameister sowie Olympiasieger, geht als Favorit in die Diskus-Qualifikation am Montag (ab 7.40 Uhr).

Gerüchte, er hätte zuletzt an einem Burnout-Syndrom gelitten, wies er zurück.

"Ich habe nur als Mensch wegen diverser persönlicher Überlastungen die Hilfe eines Psychologen in Anspruch genommen", sagte er, "Burnout sehe ich nicht als extern entstanden, sondern als intern produziert - es gab bei mir keine Gefühle von Leere oder Überforderung."

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