Das deutsche Stabhochsprung-Trio um den Olympiazweiten Björn Otto hat sich bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau souverän für das Finale am Montag (17.00 Uhr) qualifiziert.

Der Kölner Otto, mit 35 Jahren ältester Starter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), überquerte die Anfangshöhe von 5,55 m im zweiten Versuch. "Im ersten Versuch war der Stab zu weich", erklärte Otto, "aber mir war klar, dass 5,55 m reichen".

Auch Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), der in London Bronze gewonnen hatte, und Malte Mohr (Wattenscheid) schafften problemlos 5,55 m und zogen damit ebenso ins Finale der besten 13 ein wie Olympiasieger und Top-Favorit Renaud Lavillenie.

Der Franzose, einziger Sechs-Meter-Springer in diesem Jahr, war als einziger Athlet erst bei 5,65 m in den Wettbewerb eingestiegen und hatte die Höhe souverän im zweiten Versuch gemeistert.

"Seine Sprünge sahen nicht so schön aus wie sonst", sagte Otto: "Das heißt bei ihm aber nichts." Überhaupt konzentriert sich der Hobby-Pilot nur auf sich selbst und freut sich vor allem darüber, nun wieder länger im Bett bleiben zu dürfen. "Ich bin heute um 5.20 Uhr aufgestanden, das ist 3.20 Uhr deutscher Zeit. Ich bin kein Frühaufsteher, aber damit ist es ja auch endlich vorbei."

Vor dem Finale will Otto den freien Sonntag nutzen um auszuspannen. "Zuerst werde ich ausschlafen und dann etwas im Hotel machen. Ich werde bestimmt nicht trainieren oder in der Stadt herumlaufen. Das macht nur müde."

Sein zwölf Jahre jüngerer Kollege Holzdeppe hat da ganz andere Pläne. "Ich kann nicht den ganzen Tag im Hotel herumsitzen, dann werde auch ich nervös", sagte der Sportsoldat, der sich für das Finale einiges vorgenommen hat:

"Die Form ist gut, genau auf dem Höhepunkt der Saison. Daher will ich Montag mindestens Bronze holen. "

Die deutschen Stab-Artisten gelten in Moskau als heiße Medaillenkandidaten und belegen in der Weltjahresbestenliste die Plätze zwei bis vier.

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