Ist eigentlich Siege gewöhnt: 1500-Meter-Läufer Homiyu Tesfaye
Homiyu Tesfaye ist ein deutscher Leichtathlet äthiopischer Herkunft © getty

Homiyu Tesfaye läuft in Doha über die 1500m zur viertbesten Zeit eines Deutschen. Gegen Weltmeister Asbel Kiprop ist er aber ohne Chance.

Doha - Im Sog der Weltklasse ist Homiyu Tesfaye beim Auftakt der Diamond League in Doha zum mit Abstand stärksten Ergebnis aus deutscher Sicht seit langem gestürmt.

Der gebürtige Äthiopier lief über 1500 m mit 3:33,33 Minuten als Elfter in einem hochklassigen Rennen auf Platz vier der "ewigen" deutschen Bestenliste und die schnellste Zeit eines Mittelstrecklers aus Deutschland seit 22 Jahren.

Die weiteren Deutschen um Stabhochsprung-Rekordlerin Silke Spiegelburg spielten in Katar nur eine Nebenrolle.

Für die international besten Leistungen sorgten Olympiasieger Iwan Uchow mit 2,41 m in einer der hochwertigsten Hochsprung-Konkurrenzen überhaupt, Kenias Weltmeister Asbel Kiprop über 1500 m mit starken 3:29,18 Minuten und dessen Landsfrau Helen Obiri, die in 8:20,68 Afrika-Rekord lief.

Um 85 Hundertstel gesteigert

Bei Kiprops Sieg hatte Tesfaye nichts mit der Entscheidung zu tun, hielt aber Anschluss an den Zug afrikanischer Topläufer und steigerte seine persönliche Bestleistung um 85 Hundertstel auf 3:33,33 Minuten.

Schneller als der 20 Jahre alte WM-Fünfte Tesfaye liefen aus deutscher Sicht bislang nur Thomas Wessinghage, der seit 1980 mit 3:31,58 Minuten den deutschen Rekord hält, Harald Hudak (3:31,96/1980) und Jens-Peter Herold (3:32,77/1992).

Auch die frühere 100-m-Europameisterin Verena Sailer zog sich im ersten Härtetest der Saison beachtlich aus der Affäre und belegte bei Gegenwind (0,8 m/s) in 11,40 Sekunden Platz sechs in einem stark besetzten Feld.

Den Sieg sicherte sich Dreifach-Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika in 11,13 Sekunden.

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Spiegelburg enttäuscht

Vorjahres-Gesamtsiegerin Spiegelburg kam nicht über enttäuschende 4,43 m hinaus und wurde damit Fünfte.

Kristina Gadschiew scheiterte wie Spiegelburg an 4,53 m, leistete sich bei 4, 43 m aber einen Fehlversuch weniger als Spiegelburg und wurde Dritte.

In einem packendem Hochsprung-Wettbewerb, in dem vier Athleten 2,37 m oder höher sprangen, knackte Uchow die 2,41 m im ersten Versuch und verbesserte seine Freiluft-Bestmarke um zwei Zentimeter.

Höher als der 28-Jährige sprangen bislang nur Weltrekordler Javier Sotomayor (Kuba/2,45) und Patrick Sjöberg (Schweden/2,42).

Junioren-Weltmeisterin mit Bestleistung

Über 3000 m hatte die Äthiopierin Genzebe Dibaba, die im Winter Hallen-Weltrekorde über 1500 m und 3000 m gelaufen war, als Sechste keine Chance.

Für Siegerin Obiri blieb der grotesk anmutende Weltrekord der Chinesin Wang Junxia (8:06,11/1993) aus der "Schildkrötenblut-Armee" des berüchtigten Trainers Ma Junren außer Reichweite.

Beim souveränen Kugel-Sieg der viermaligen Weltmeisterin Valerie Adams (Neuseeland) mit mäßigen 20,20 m kam Junioren-Weltmeisterin Shanice Craft aus Mannheim mit persönlicher Bestleistung von 17,47 m auf Platz sieben.

Linda Stahl auf Platz fünf

Mit dem Speer kam Linda Stahl mit 60,95 auf Platz fünf.

Für weitere Jahresweltbestleistungen sorgten in Doha über 400 m der amerikanische Weltmeister LaShawn Merritt in ausgezeichneten 44,44 Sekunden, über 3000 m Hindernis Kenias zweimaliger Olympiasieger Ezekiel Kemboi in 8:04,12 Minuten

Über 400 m Hürden stellte Bahrains eingebürgerte Nigerianerin Kemi Adekoya in 54,49 Sekunden eine neue Jahresbestleistung auf und über 800 m die Kenianerin Eunice Jepkotich Sum (1:59,33).

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