Robert Harting ist Olympiasieger im Diskuswurf
Robert Harting gewann in Moskau sein drittes WM-Gold © getty

55 Medaillengewinner von Moskau sind beim berühmtesten Meeting der Welt am Start. Unter ihnen auch zwei deutsche Stars

Zürich - Usain Bolt war vor dem 100-Meter-Start am Donnerstag im legendären Letzigrund noch kurz auf Stippvisite bei Sepp Blatter.

"Irgendwann wirst Du bei neun Sekunden sein", prophezeite der Präsident des Fußball-Weltverbandes scherzhaft, als er dem Weltrekordler (9,58) ein Trikots mit der Nummer neun überreichte.

Jamaikas Weltstar, großer Fußball- und Brasilien-Fan, erhielt von Blatter ein Ticket für alle Spiele bei der Weltmeisterschaft 2014.

Außerdem kündigte er ein noch nicht terminiertes Duell gegen den britischen 5.000- und 10.000-Meter-Olympiasieger Mo Farah an: "Wahrscheinlich über 600 Meter."

Bolt gegen Gatlin

Auf der "magischen Piste" wird Mo Farah am Donnerstag fehlen, während Bolt nach dem dreifachen WM-Gold von Moskau erneut auf US-Star Justin Gatlin trifft.

Von 17 möglichen Weltmeistern verzichten beim ersten Finale der Diamond League - das zweite findet acht Tage später in Brüssel statt - nur Russlands Stab-Ikone Jelena Issinbajewa und Äthiopiens 800-Meter-Ass Mohamed Aman.

Harting und Obergföll wollen Sieg Nummer drei

Mit von der Partie sind auch zwei Deutsche, die auf ihren dritten Zürich-Triumph hoffen:

Robert Harting, der Stockholm in der vergangenen Woche boykottiert hatte, weil die Behandlung der Werfer aus seiner Sicht schlecht war, und Christina Obergföll. Sie trifft im Speerwurf auf das nahezu komplette WM-Finalfeld.

Jackpot schon geknackt

"Ich will in Zürich den sechsten Saisonsieg in der Diamond League feiern", sagt die Olympiazweite, die aus dem nahen Offenburg mit einem großen Fanklub anreist.

Ausgerechnet an ihrem 32. Geburtstag hatte sie eine Woche zuvor beim ersten Start als Weltmeisterin die erste Saison-Niederlage in der Königsklasse erlitten. Ihr Trost:

Sie steht als Siegerin im mit 40.000 Dollar dotierten Disziplin-Jackpot fest und kann selbst als Verliererin ihre Diamond-League-Einnahme 2013 auf mehr als 75.000 Euro steigern.

Auf der Jagd nach dem Rekord

Das ist genau die Summe, die bei einem 26. Weltrekord in der mit 25.000 Zuschauern ausverkauften Arena ausbezahlt würde.

Kandidat dafür ist nicht nur Bogdan Bondarenko, der nach dem Moskauer WM-Gold schon versucht hat, die 2,45 Meter von Kubas Hochsprung-Olympiasieger Javier Sotomayor zu knacken.

Äthiopiens Olympiasiegerinnen Meseret Defar und Tirunesh Dibaba, die seit 2009 nur zweimal gegeneinander gelaufen sind, nehmen die 5000-Meter-Bestmarke aufs Korn.

Auf dieser Distanz ist Dibaba mit ihren Osloer 14:11,15 von 2008 bisher unerreicht.

Zehn Deutsche am Start

David Storl trat bereits am Mittwoch beim Kugelstoß-Meeting im Züricher Hauptbahnhof an, musste sich aber US-Star Ryan Whiting geschlagen geben.

Der 23 Jahre alte Chemnitzer lag mit 21,19 m fast einen Meter hinter dem Moskau-Zweiten Whiting, der 22,03 m und damit 30 Zentimeter weiter stieß als Storl bei seinem WM-Triumph am 16. August.

Stab-Weltmeister Raphael Holzdeppe will parallel zum Letzigrund-Meeting zusammen mit Björn Otto in Leverkusen in den Himmel steigen.

Dennoch sind in Zürich zehn weitere Deutsche am Start, unter ihnen die WM-Vierten Martin Wierig (Diskus), Linda Stahl (Speer) und Silke Spiegelburg (Stab).

Alle deutschen Weltmeister und Medaillengewinner starten am Sonntag beim Berliner Istaf.

Spiegelburg vor Wiedergutmachung

"Silke kann bei einem Sieg erneut den Jackpot gewinnen", sagt Stabhochsprung-Manager Marc Osenberg.

Sein Schützling hat den Frust der medaillenlosen WM schnell abgeschüttelt. In Stockholm stand Spiegelburg schon wieder ganz oben auf dem Siegespodest.

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