2012 wurde Robert Harting zum Sportler des Jahres in Deutschland gewählt © getty

Robert Harting und David Storl sind nach ihren goldenen Triumphen von Moskau weiter topfit, bei anderen ist die Luft dagegen raus.

Köln - Robert Harting verhinderte beim Meeting in Warschau die WM-Revanche seines Dauer-Rivalen Piotr Malachowski und David Storl bewies beim Werfertag in Bad Köstritz gewohnte Nervenstärke.

Christina Obergföll und Raphael Holzdeppe nahmen ihre Niederlage dagegen locker.

Gold-Werfer oben auf

Mit 68,80 m schleuderte Harting den Diskus auch in Malachowskis Heimat weiter als der Pole (67,07), auf Platz drei landete der Olympiazweite Ehsan Hadadi (Iran/64,78).

Harting, der in Moskau seinen dritten WM-Titel in Serie gewonnen hatte, legte die Siegesweite bereits im ersten Durchgang vor.

Bis zum letzten Durchgang hielt Kugelstoß-Weltmeister Storl die mehr als 1000 Zuschauer in Bad Köstritz in Atem.

Neun Tage nach seinem Goldstoß von Moskau kam der 23 Jahre alte Chemnitzer im strömenden Regen auf 21,02 m und überflügelte damit den WM-Siebten German Lauro (Argentinien/20,91).

"Es ist einfach schön, nach der Last der WM so unbeschwert stoßen zu können", sagte Storl, dessen Trainingskollegin Christina Schwanitz ebenfalls triumphierte. Die WM-Zweite kam im letzten Versuch auf 20,18 m.

Pitkämäki mit Rekord

Den dritten deutschen Sieg in Bad Köstritz sicherte sich Diskuswerfer Martin Wierig (66,49), der in Moskau Bronze nur um 17 Zentimeter verpasst hatte.

Eine Jahresweltbestleistung warf Speerwurf-Vizeweltmeister Tero Pitkämäki aus Finnland (89,03), der damit David Golling trotz persönlicher Bestleistung (80,67) auf Platz zwei verwies.

Obergföll verliert erneut

Die zweite Niederlage nach ihrem WM-Gold kassierte Speerwerferin Christina Oberföll im brandenburgischen Elstal (65,82), nahm Platz zwei hinter der russischen WM-Dritten Maria Abakumowa (69,75) allerdings gelassen.

"Die Form ist zwar noch da, aber es ist sehr schwer, sich mental wieder hochzufahren", sagte Obergföll bei leichtathletik.de, haderte jedoch nicht mit der Niederlage gegen Abakumowa: "Und wenn sie 73 Meter weit wirft, ich bin die Weltmeisterin."

Einstiegshöhe zu hoch

Eine WM-Revanche feierte Björn Otto in Elstal, der sich nach Bronze in Moskau gegen Weltmeister Holzdeppe durchsetzte.

Otto reichten 5,80 m zum Sieg im Olympischen Dorf von 1936, es war sein dritter Sieg in dieser Serie, dafür kassierte der 35-Jährige 30.000 Euro. Holzdeppe scheiterte dagegen dreimal an seiner Einstiegshöhe 5,50 m.

Den ungewohnten Tiefflug nahm der 23-Jährige, der am Samstag bei der Show-Veranstaltung "Berlin fliegt" an 5,55 m gescheitert war, gelassen.

"Ich bin noch zwei Jahre Weltmeister, das ist doch super", sagte Holzdeppe, der im kommenden Jahr die Sechs-Meter-Marke knacken will.

Scheitern am deutschen Rekord

In einem gutklassigen Stabhochsprung der Frauen musste sich die "ewige Vierte" Silke Spiegelburg mit Platz zwei begnügen.

Im westfälischer Beckum unterlag die Leverkusenerin mit 4,70 m der brasilianischen Ex-Weltmeisterin Fabiana Murer (4,75) und scheiterte dabei dreimal vergeblich am deutschen Rekord von 4,83 m.

Sieg trotz widriger Bedingungen

Beim traditionellen Hochsprung-Meeting in Eberstadt siegte Weltmeister Bogdan Bondarenko eine Woche nach seinem Triumph in Moskau (2,41 m) mit 2,30 m.

Der 23 Jahre alte Ukrainer ließ sich bei der 35. Auflage auch von den widrigen Witterungsbedingungen nicht aufhalten.

"Die Zuschauer fand ich einfach klasse, deshalb habe ich weiter gemacht", sagte Bondarenko im strömenden Regen.

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