Nicht nur die Zahlen machen Hoffnung, dass die deutsche Leichtathletik den Anschluss an die führenden Nationen hergestellt hat.

Viermal Gold, Platz fünf im Medaillenspiegel, Nationen wie Großbritannien, das noch bei den Olympischen Spielen groß aufgetrumpft hatte, und Frankreich hinter sich gelassen - die deutsche Leichtathletik scheint wieder zu den führenden Ländern aufzuschließen.

Der Aufschwung ist alles andere als ein Strohfeuer - auch wenn Kritiker wie Robert Harting der Weg zurück noch zu langsam geht und Reformen fordern.

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Es ist gar nicht so lange her, dass die deutsche Leichtathletik am Boden lag und mit Füßen getreten wurde. 2003 in Paris krönte sich erstmals kein Sportler aus dem wiedervereinten Deutschland zum Weltmeister.

Seitdem geht es stetig, wenn auch langsam bergauf. Dies lässt sich an den Zahlen ablesen - von Helsinki 2005 (1x Gold, 1x Silber, 3x Bronze) über Osaka (2-2-3), Berlin (2-3-4), Daegu (3-3-1) bis jetzt zu Moskau (4-2-1).

Auch wenn der DLV 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking mit nur einer Bronzemedaille einen Rückschlag erlebte.

Hinzu kommen in Moskau drei vierte Plätze in den Einzeldisziplinen Stabhochsprung der Frauen, Diskus der Männer, Siebenkampf der Frauen sowie zweimal Rang vier mit den 4x100-Meter-Staffeln.

Was neben den Zahlen Hoffnung macht, sind die jungen Talente, die nachrücken und auch die WM als Lernprozess mitmachten. Talente wie der 20 Jahre alte Homiyu Tesfaye (WM-Fünfter über 1500 Meter), die ein Jahr jüngeren Weitspringerinnen Lena Malkus und Malaika Mihambo sowie Hartings kleiner Bruder Christoph.

Vor dem großen Ziel Rio de Janeiro 2016 wartet mit der nächsten WM in Peking dann der erste echte Prüfstein mit der internationalen Konkurrenz bei einem Großevent.

Neben den vielversprechenden jungen Athleten stehen einige der Medaillengewinner erst am Anfang ihrer Karriere wie Kugelstoßweltmeister David Storl (23) oder Stabhochsprung-Champion Raphael Holzdeppe (23).

Nicht zu vergessen die verletzt fehlenden Medaillengewinner vergangener Großereignisse wie 2011-Speerweltmeister Matthias de Zordo, die Siebenkämpferinnen Jennifer Oeser und Lilli Schwarzkopf sowie Ariane Friedrich und Raul Spank im Hochsprung.

Aussicht auf Besserung gibt auch, dass die Großzahl der DLV-Starter bei der WM ihre Saisonbestleistung abrufen konnten. Anders als die Schwimmer bei den vergangenen Welttitelkämpfen in Barcelona.

Das macht Mut für die Zukunft.

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