Lars Riedel (r.) überreichte bei der WM 2009 in Berlin Robert Harting die Goldmedaille © getty

Der Diskus-Champ greift seinen Vorgänger an und unterstellt Geldmacherei. Dem Sport habe Riedel nichts Nachhaltiges hinterlassen.

Moskau - Diskus-Weltmeister Robert Harting hat seinen Vorgänger Lars Riedel scharf kritisiert.

Dem Olympiasieger von 1996 und fünffachen Weltmeister aus Chemnitz sei es während seiner Karriere "nur ums Geldverdienen" gegangen, für den Leichtathletik-Nachwuchs in Deutschland habe er nichts getan, monierte der 28-Jährige Champion von Moskau in der "Bild am Sonntag".

Dem Sport nichts hinterlassen

"Lars Riedel und auch Michael Möllenbeck (ebenfalls ehemaliger Diskus-Werfer und WM-Dritter von 2001 und 2005, d. Red.) haben früher nur das Geld aus dem Sport gezogen und waren zufrieden. Was nach ihnen mit dem Diskuswurf passierte, war ihnen völlig latte", sagte Harting.

"Sie haben nichts Nachhaltiges hinterlassen. Solange ich etwas für die Gerechtigkeit tun kann und man auf mich hört, werde ich das machen." ( 758987 DIASHOW: Die Bilder der Leichtathletik-WM )

Loch in der Leichtathletik

Nach seiner Ankunft in Berlin am Sonntag legte Harting nach. "Ich versuche, Verbesserungen auf den Weg zu bringen, damit der olympische Sport in Deutschland wieder mehr Beachtung findet. Das haben einige Athleten früher gar nicht betrieben, weil sie sich auf dem Erfolg ein bisschen ausgeruht haben", sagte der Olympiasieger.

Auch deswegen hätte man in den vergangenen Jahren "ein großes Loch in der Leichtathletik" gehabt, "das wir erst jetzt wieder ein bisschen schließen konnten".

Neue Strategien gefordert

Olympiasieger Harting hatte am vergangenen Dienstag in Moskau seinen dritten WM-Titel in Serie gewonnen und anschließend angekündigt, ein neues Fördermodell für Spitzensportler initiieren zu wollen.

"Wir brauchen eine neue Strategie", sagte der Berliner. Am Konzept werde noch gefeilt. Das Projekt soll aber zeitnah vorgestellt werden. "Da sind auch Dax-Unternehmen mitbeteiligt, aber es müssen noch politische Hindernisse überwunden werden", sagte Harting. Mehr wollte er nicht verraten.

Seit Jahren gehört Harting zu den lautesten Kritikern am bestehenden Fördermodell im deutschen Sport, hatte sich öffentlich auch immer wieder mit DOSB-Präsident Thomas Bach angelegt.

Riedel zeigt Desinteresse

Auch sportlich sei Riedel kein Vorbild für ihn, meinte Harting. "Riedel hat seinen ersten Titel mit einer Weite von 66,20 Metern geholt. Damit holt heute niemand mehr Gold", sagte Harting (Aktuelle Ergebnisse der Leichtathletik-WM).

Nach WM-Titeln mit ihm gleichzuziehen, sei kein erstrebenswertes Ziel für ihn.

Riedel konterte Hartings Aussagen gelassen: "Was er erzählt, interessiert mich nicht."

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