Teddy Tamgho schaffte mit dem Sieg bei der Hallen-WM 2010 seinen Durchbruch © getty

Der Dreispringer holt mit der drittbesten Weite aller Zeiten am letzten WM-Tag doch noch einen Titel für die "Grande Nation".

Moskau - Teddy Tamgho hat Frankreich beim Finale der Leichtathletik-WM in Moskau doch noch eine Goldmedaille beschert.

Der Hallen-Weltmeister von 2010 sprang im letzten Dreisprung-Versuch mit 18,04 m Jahresweltbestleistung und distanzierte den Kubaner Pedro Pablo Pichardo (17,68), der als Spitzenreiter der Weltrangliste nach Moskau gereist war.

Bronze ging an den Olympiazweiten Will Claye (USA) mit 17,52 m. Ein deutscher Springer hatte sich nicht für die WM qualifiziert. (SERVICE: Der WM-Medaillenspiegel)

Drittbeste Weite aller Zeiten

Tamgho, der von Kubas ehemaligen Weltklasse-Weitspringer Ivan Pedroso trainiert wird, ist erst der dritte 18-Meter-Springer der Geschichte - nach Weltrekordler Jonathan Edwards (Großbritannien/18,29) und Kenny Harrison (18,09).

"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Jonathan Edwards hat mir schon gratuliert und gesagt, dass einer meiner Fehlversuche über seinem Weltrekord lag. Darüber will ich aber gar nicht nachdenken", sagte Tamgho. ( 758987 DIASHOW: Die Bilder der Leichtathletik-WM )

SPORT1 gibt einen Überblick über die weiteren Entscheidungen des Schlusstages:

1500 Meter der Männer

Asbel Kiprop hat seinen 1500-m-Titel bei der Leichtathletik-WM in Moskau erfolgreich verteidigt.

Der Kenianer gewann das Finale über die Mittelstrecke nach 3:36,28 Minuten vor Matthew Centrowitz aus den USA (3:36,78) und Johan Cronje aus Südafrika (3:36,83).

Der Frankfurter Homiyu Tesfaye, erster Deutscher in einem WM-Finale über 1500 m nach 16 Jahren, lief nach 3:37,03 Minuten auf einen starken fünften Platz.

Vize-Europameister Carsten Schlangen (Berlin) hatte das Finale verpasst.

4 x 100 Meter der Männer

Superstar Usain Bolt hat sein drittes Gold bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Moskau gewonnen und sich damit zum erfolgreichsten Athleten der WM-Geschichte gekrönt.

Bolt führte die jamaikanische 4x100m-Staffel mit Nesta Carter, Kemar Bailey-Cole und Nickel Ashmeade zum Sieg in 37,36 Sekunden vor den USA (37,66) und Kanada (37,92). Die ursprünglich drittplatzierten Briten (37,80) wurden disqualifiziert.

Die deutsche Staffel mit Lucas Jakubzcyk (Berlin), Sven Knipphals (Wolfsburg), Julian Reus (Wattenscheid) und Martin Keller (Leipzig) wurde Vierte (38,04).

800 Meter der Frauen

Mittelstreckenläuferin Eunice Sum hat bei der Leichtathletik-WM in Moskau Gold über 800 m gewonnen.

Die Kenianerin entthronte nach 1:57,38 Minuten Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Maria Sawinowa aus Russland (1:57,80), der nur Silber blieb.

Bronze ging an Brenda Martinez aus den USA (1:57,91). Die Olympia-Zweite und Weltmeisterin von Berlin Caster Semenya (Südafrika) fehlte wegen Formschwäche.

Eine deutsche Läuferin war in Moskau nicht am Start.

4 x 100 Meter der Frauen

Die deutsche 4x400m-Staffel der Frauen hat bei der Leichtathletik-WM in Moskau eine Medaille verpasst.

Das Quartett um Ex-Europameisterin Verena Sailer (Mannheim) kam im Finale nach 42,90 Sekunden nur auf Rang vier. Die ursprünglich zweitplatzierten Französinnen wurden disqualifiziert.

Ihren dritten Titel in Moskau gewann Shelly-Ann Fraser-Pryce mit der jamaikanischen Staffel in WM-Rekordzeit (41,29) vor Titelverteidiger USA (42,75) und Großbritannien (42,87). Fraser-Pryce holte damit als erste Sprinterin der WM-Geschichte das Triple aus 100m, 200m und der Staffel.

Im Vorlauf hatte es Verwirrung um das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gegeben.

Zuerst waren Sailer, Yasmin Kwadwo (Mannheim), Inna Weit (Paderborn) und Tatjana Pinto (Münster) disqualifiziert worden, bevor sie ohne Angabe von Gründen doch noch im Finale starten durften.

Speerwurf der Frauen

Die Olympiazweite Christina Obergföll hat bei der Leichtathletik-WM in Moskau Gold im Speerwurf gewonnen. Die 31 Jahre alte Offenburgerin sicherte sich mit im zweiten Versuch erzielten 69,05 m den ersten großen Titel ihrer Karriere und verwies Kimberly Mickle aus Australien auf Rang zwei (66,60).

Bronze gewann Top-Favoritin und Titelverteidigerin Maria Abakumowa aus Russland (65,09 m).Die Olympiadritte und Ex-Europameisterin Linda Stahl aus Leverkusen musste sich mit Platz vier (64,78) zufrieden geben.

Katharina Molitor (Leverkusen) war in der Qualifikation gescheitert.

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