Usain Bolt hält in 19,19 Sekunden den Weltrekord über 200 m © getty

Der Superstar hat "richtig hart gearbeitet" - aber nicht im 200-m-Vorlauf. Ein deutsches Speerwurf-Duo zieht ins Finale ein.

Moskau - Das deutsche Medaillen-Duo von Olympia zog mit Volldampf ins Speerwurf-Finale ein - doch Usain Bolt "joggte" in die Vorschlussrunde:

Am siebten Tag der Leichtathletik-WM von Moskau waren in den 200-m-Vorläufen 20 andere schneller als der in 20,66 Sekunden siegreiche Weltstar aus Jamaika.

Die Olympiazweite Christina Obergföll war schon mit dem ersten Wurf von 62,36 m für das Finale am Sonntag (14 Uhr) qualifiziert (SERVICE: Der Zeitplan der WM).

Die für den Endkampf nötigen 61,50 m waren schon gar kein Hindernis für Linda Stahl. Die Olympiadritte hinterließ mit 64,51 m einen starken Eindruck vor dem Kampf um die Medaillen.

Dagegen verpasste Katharina Molitor (ebenfalls Leverkusen) nach 60,32 m um sieben Zentimeter das Finale, in dem Russlands Titelverteidigerin Maria Abakumowa mit im ersten Versuch erzielten 69,09 m die absolute Favoritin ist.

"Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht"

"Das war nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht", sagte Obergföll (31) zu ihrer Vorstellung und meinte mit Blick auf das Finale: "Ich will alles geben und zeigen, was ich kann."

Stahl (27) gab sich selbstbewusst: "Ich weiß, was ich kann und ich weiß, was ich will: Am Sonntag unter die ersten Drei kommen."

Sie ergänzte: "Wenn ich mit einem katastrophalen Wurf 64 Meter werfe, kann ich theoretisch mit einem perfekten auch 69 werfen."

Hildebrand eine runde weiter

Katharina Molitor ("mir fehlt die Konstanz in diesem Jahr") war die einzige Deutsche, die am Tag vor dem Final-Wochenende im Vorlauf scheiterte.

Denn auch Nadine Hildebrand (25) hat die zweite Runde über 100 m Hürden erreicht.

Die deutsche Meisterin aus Sindelfingen wurde im Vorlauf mit 13,16 Sekunden Dritte und zog direkt ins Halbfinale ein (Samstag, 16.20 Uhr/ZDF und Eurosport).

Auch die Favoritinnen um die Jahresweltbeste Brianna Rollins aus den USA (12,55) sowie Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Sally Pearson aus Australien (12,62) gaben sich keine Blöße. Rollins war vor den Titelkämpfen mit 12,28 Sekunden auf Platz drei der ewigen Weltbestenliste gelaufen.

Bolt hat "richtig hart gearbeitet"

Usain Bolt sparte sechs Tage nach seinem Titel über 100 m beim Vorlaufsieg Kraft.

"Ich bin kein Morgenmensch, aber ich fühle mich gut. Dem Fuß geht es besser", meinte Bolt und auf die Frage, wie er die Zeit seit dem 100-m-Finale verbracht habe, sagte Jamaikas Weltstar vor dem Halbfinale am heutigen Freitagnachmittag (17.40 Uhr): "Ich habe richtig hart gearbeitet in den vier letzten Tagen."

Ähnlich wie Bolt, der seit dem WM-Silber 2007 in Osaka/Japan über 200 m kein Rennen bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften verlor und in 19,19 Sekunden den Weltrekord hält, kamen auch die anderen Medaillenkandidaten weiter.

So Jamaikas Olympiadritter Warren Weir (20,34), die Amerikaner Curtis Mitchell (20,37) und Wallace Spearmon (20,59) sowie Junioren-Weltmeister Delanno Williams aus Großbritannien (20,72). Christoph Lemaitre (Frankreich), WM-Dritter von Daegu/Südkorea 2011, hatte sich im 100m-Finale verletzt und hat die Saison beendet. Deutsche Sprinter sind nicht am Start.

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