Sebastian Bayer gewann 2012 in Helsinki die EM-Goldmedaille © getty

In Moskau kämpfen Reif und Bayer um die erste WM-Medaille für einen deutschen Weitspringer überhaupt. Der Vorkampf macht Mut.

Moskau - Für den Satz in die Geschichtsbücher der Leichtathletik hat sich Christian Reif Platz gelassen.

"Mein Trainer und ich haben den Sprung analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass da noch ein paar Zentimeter Luft nach oben - oder eher nach vorne - sind", sagte der Ex-Europameister nach der Weitsprung-Qualifikation bei der WM in Moskau.

8,09 m reichten für den Einzug ins Finale am Freitag (17.30 Uhr). Dort kämpft er mit Sebastian Bayer (Hamburg) um die erste WM-Medaille für einen deutschen Weitspringer überhaupt (SERVICE: Der Zeitplan der WM).

Kein Favorit auszumachen

Europäische Spitze sind sie beide, nach Reifs Titel 2010 in Barcelona gewann Bayer 2012 in Helsinki die Goldmedaille. Doch ist das Duo nun auch bereit für den Sprung in die Weltspitze?

"Von Platz eins bis zwölf ist alles drin", sagt Bayer, der die Qualifikation mit 7,95 m gemeistert hatte. Das Feld sei unglaublich ausgeglichen, ein klarer Favorit kaum auszumachen.

Finale ohne Olympiasieger

Im Vorkampf sprang Eusebio Caceres aus Spanien (8,25) am weitesten. Russlands Hoffnung Alexander Menkow (8,11) erreichte ebenso das Finale wie der Weltjahresbeste Luis Rivera aus Mexiko (8, 04).

Klar, dass auch Titelverteidiger Dwight Phillips aus den USA (7,95) wieder ein Wörtchen um Gold mitreden will.

Nicht mehr dabei sind der angeschlagene Olympiasieger Greg Rutherford (Großbritannien) und der deutsche Meister Alyn Camara (Leverkusen).

Reif "voller Selbstbewusstsein"

Reif löste seine Aufgabe dagegen mit dem ersten Sprung und packte seine Sachen. "Ich konnte dadurch eine Menge Kraft für das Finale sparen", sagte der 28-Jährige aus Rehlingen:

"Am Freitag wird aber die Tagesform entscheiden, wer am Ende die Medaillen gewinnt. Ich fühle mich gut und gehe voller Selbstbewusstsein in dieses Finale."

Sollten Reif oder Bayer eine Medaille gewinnen, würde sich im Luschniki-Stadion ein Kreis schließen. Vor 33 Jahren hatte Lutz Dombrowski bei den Boykott-Spielen von Moskau Gold gewonnen.

Sein deutscher Rekord von damals (8,54) ist noch immer gültig - sollten Reif oder Bayer ihn brechen, wäre ihnen eine Medaille und damit der Satz in die Geschichtsbücher wohl sicher.

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