David Storl sieg, verpasst aber den Meeting-Rekord
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewinnt Storl die Silbermedaille © getty

Der Titelverteidiger im Kugelstoßen positioniert sich klar zum Thema Doping. In Moskau kündigt er eine Leistungssteigerung an.

Moskau - Natürlich hat David Storl zuletzt wieder jede Menge Königsberger Klopse in sich reingeschaufelt. Die ostpreußische Spezialität ist das Lieblingsessen des 1,98 m großen und rund 120 Kilo schweren Kugel-Kolosses.

Die Energie kann er gut gebrauchen, doch die Nachspeise hat sich der Titelverteidiger für die WM aufgehoben. ( 758987 DIASHOW: Die Bilder der Leichtathletik-WM )

"Gold wäre das Sahnehäubchen", sagte der 23-jährige Storl vor seinem ersten Auftritt in Moskau bei der Qualifikation am Donnerstag.

Gold-Double keine Selbstverständlichkeit

Das Gold-Double ist für Storl allerdings alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Mit seiner Saisonbestleistung von 21,04 Metern rangiert der Europameister ganze 1,24 m hinter Ryan Whiting.

Der Amerikaner ist die klare Nummer eins der Welt in diesem Jahr und der Top-Favorit.

In der WM-Meldeliste belegt Storl lediglich Platz neun. Aber wenn sich einer überhaupt nie beeindrucken lässt und immer die Ruhe selbst ist, dann Storl.

Verletzungsprobleme in der Vorbereitung

"Bei großen Wettkämpfen ist die Spannung einfach höher, und das wird auch in Moskau so sein", sagte Storl, der nach dem Gewinn der Silbermedaille bei Olympia in London mit Problemen an der Patellasehne und den Bandscheiben zu kämpfen hatte.

So konnte er im Winter die Vorbereitung auf die Titelkämpfe in Russland erst später als sonst aufnehmen.

Storl zeigt sich selbstbewusst

Doch mittlerweile ist der Sachse topfit. Noch nie sei er vor einem Highlight so gut vorbereitet gewesen, sagt er:

"In allen wichtigen Kraftübungen habe ich in den vergangenen zwei Wochen Bestleistungen aufgestellt. Mit 22 Metern sollte man Weltmeister werden, die kann ich auch stoßen."

Disziplin gilt als dopingbelastet

Es wäre sein nächster Schritt in den Kugel-Olymp. Dass der jüngste Weltmeister der Geschichte mit seinen Leistungen international auch argwöhnisch betrachtet wird, sieht Storl ganz gelassen.

Seine Disziplin gilt traditionell als dopingbelastet.

Doch der Polizeimeister-Anwärter versichert, dass er seine Power von den geliebten Königsberger Klopsen hat.

Und nicht mit Tabletten und Spritzen nachhilft.

Storl würde sich "gläsern machen"

Zur Not würde er auch ungewöhnliche Wege gehen und sich "gläsern machen", um die Skeptiker von seiner Sauberkeit zu überzeugen.

"Den Zweiflern biete ich an, zu mir zu kommen und mich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 31 Tage im Monat und zwölf Monate im Jahr in meinem Alltags- und Trainingsprozess zu begleiten", sagte er der Tageszeitung "Die Welt":

"Dann kann jeder sehen, was ich alles tue, um 21 Meter und weiter zu stoßen."

Doping wäre "Selbstmord"

Würde er etwas Verbotenes tun, so Storl, "wäre das doch wie Selbstmord. Es ist absurd für mich, etwas zu tun, womit man mich hinterher an den Pranger stellen kann. Nichts auf der Welt wäre mir das wert."

Die vielen Dopingkontrollen, denen sich Storl zu unterziehen hat, seien zwar nervig, "doch wenn es zur Glaubwürdigkeit des Kugelstoßens beiträgt, können die Kontrolleure auch jeden Tag dreimal kommen".

Und vielleicht bekämen sie dann ja auch ein paar Klopse ab.

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