Betty Heidler hatte bei der Europameisterschaft in Helsinki 2012 ebenfalls das Finale verpasst © getty

Die Hammerwurf-Weltrekordlerin hat einen schwarzen Tag, an dem nichts zusammenpasst. Die Enttäuschung über das Aus ist groß.

Moskau - Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler hat bei der Leichtathletik-WM in Moskau ein Debakel erlebt, die Weitspringer Sebastian Bayer und Christian Reif dagegen kämpfen in Russland noch um Medaillen:

Am Tag nach dem Triumph von Diskus-Weltmeister Robert Harting ( 758987 DIASHOW: Die Bilder der Leichtathletik-WM ) musste die deutsche Mannschaft die erste große Enttäuschung bei den Titelkämpfen in Russland hinnehmen.

Hammer-Hoffnung Heidler war nach ihrem vorzeitigen Aus in der Qualifikation sichtlich genervt und suchte nicht nach Ausreden.

Es hapert an der Technik

"Die Technik war nicht das, was man für ein Finale einer Weltmeisterschaft liefern muss", sagte die 29 Jahre alte WM-Zweite von 2011, die in Moskau h wieder eine Medaille holen wollte: "Jetzt ist die Arbeit eines ganzen Jahres dahin."

Mit 68,83 Meter kam Heidler in der ersten Werfer-Gruppe nicht über Platz neun hinaus. Damit war der Weltmeisterin von 2007 sofort klar: Es reicht nicht für das Finale der besten Zwölf.

Weil später auch ihre Trainingskollegin Kathrin Klaas (66,93) scheiterte, findet die Medaillenentscheidung am Freitag ohne deutsche Beteiligung statt. (SERVICE: Der Zeitplan der WM)

Deutscher Weitsprungmeister scheitert

Besser machten es die Weitspringer Sebastian Bayer und Christian Reif. Beide kämpfen im Finale um Gold, Silber und Bronze.

Der ehemalige Europameister Reif sprang in der Qualifikation mit 8, 09 Meter die viertbeste Weite, seinem Nachfolger Bayer reichten im ersten Versuch erzielte 7,95 Meter für den Einzug in den Endkampf.

Der deutsche Meister Alyn Camara ist dagegen wie bei den Olympischen Spielen in London im vergangenen Jahr in der Qualifikation gescheitert. Mit 7,77 Meter Meter blieb der Leverkusener deutlich unter seinen Möglichkeiten.

1500-Meter Läufer weiter

Schadlos hielten sich die 1500-Meter-Läufer Carsten Schlangen und Homiyu Tesfaye, die beide das Halbfinale erreichten.

Schlangen, Europameisterschafts-Zweiter von 2010, kam in seinem Vorlauf nach 3:40,31 Minuten auf Platz fünf und qualifizierte sich wie Tesfaye direkt für die nächste Runde.

Der gebürtige Äthiopier Tesfaye lief 3:38,66 Minuten.

Während Schlangen und Tesfaye das Luschniki-Stadion mit einem Lächeln verließen, war Heidler einfach nur konsterniert.

Heidler hadert mit der Koordination

"Oben und unten hat heute überhaupt nicht zusammengepasst. Der Oberkörper, die Arme und die Beine - das alles kam nicht zusammen", sagte die Frankfurterin und brachte ihr erstes Quali-Aus bei der fünften WM-Teilnahme auf einen einfachen Nenner:

"Schon kleine Fehler machen viele Meter aus. Ich habe heute große Fehler gemacht."

"Ich bin immer wieder aufgestanden"

Schon einmal, bei den Europameisterschaften 2012 in Helsinki, hatte Heidler das Finale internationaler Titelkämpfe verpasst.

Damals war die EM allerdings nur die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, die Pleite daher zu verschmerzen. In London hatte sich Heidler für das Aus rehabilitiert, eine lange Zitterpartie überstanden und Bronze gewonnen.

"So bin ich, ich bin immer wieder aufgestanden", sagte Heidler, "daher werde ich auch jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken."

Enttäuschung über verpasstes Ziel

Natürlich sei sie enttäuscht, "mein Ziel war ja ein ganz anderes".

Eine Medaille sollte es werden, im besten Falle wollte Heidler den Hammer als erste Frau der Geschichte über 80 Meter schleudern.

Stattdessen sorgte sie für die erste große Enttäuschung im deutschen Lager.

Überraschende Entscheidung im Gehen

Die einzige Entscheidung des Tages gewann überraschend Robert Heffernan. Der 35-Jährige gewann als erster Ire die 50 Kilometer Gehen und verwies mit der Jahresweltbestleistung von 3:37:56 Stunden den Russen Michael Rytschow (3:38:58) auf Platz zwei.

Bronze sicherte sich der Australier Jared Tallent (3:40:03).

Christopher Linke aus Potsdam verzichtete nach seinem neunten Platz über die 20 Kilometer auf einen Start.

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