Verena Sailer gewann 2010 EM-Gold in Barcelona © imago

Die schnellste Frau Deutschlands ist pünktlich zur WM topfit. Bei SPORT1 nennt sie ihre Ziele und spricht über Vergleiche mit Krabbe.

Von Benjamin Bauer und Andreas Kloo

München/Moskau - Knapp elf Sekunden, die alles entscheiden. Knapp elf Sekunden, die für Verena Sailer alles entscheiden.

Die deutsche Sprinterin hat bei der WM in Moskau ihr großes Ziel vor Augen: das Finale über 100 Meter.

Und die Voraussetzungen für die ehemalige Europameisterin sind gut. In 11,11 Sekunden gewann die 27-Jährige ihren Vorlauf und kam dem ersten WM-Finale ihrer Karriere näher.

Lob für den Trainer

Beim letzten großen Wettkampf vor den Titelkämpfen hatte Sailer beim Meeting in Weinheim in 11,02 Sekunden sogar eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt. (SERVICE: Der Zeitplan der WM)

"Mittlerweile arbeite ich seit zwölf Jahren mit meinem Trainer Valerij Bauer zusammen. Er kennt mich deshalb sehr gut und weiß genau welche Belastung ich zu welchem Zeitpunkt brauche. Ich habe ein tolles Team hinter mir stehen dem ich zu 100 Prozent vertraue", erklärt Sailer gegenüber SPORT1 ihre Trainingssteuerung.

Mit dieser soll auch bald die magische Elf-Sekunde-Marke fallen.

Nicht in einem Atemzug mit Krabbe

Sailer ist optimistisch, diese zu knacken, bleibt aber gelassen: "Weit ist eine solche Zeit nicht weg. Deswegen setze ich mich aber nicht unter Druck. Ich nehme es, wie es kommt."

Kommen wird dann auch der Vergleich mit Katrin Krabbe, die mit 10,89 Sekunden die deutsche Bestzeit hält, allerdings nachweislich mit Clenbuterol gedopt war.

"Einerseits gefällt es mir natürlich nicht in einem Atemzug mit ihr genannt zu werden. Tatsache ist nun mal, dass es die schnellste Zeit ist, die seit damals gelaufen worden ist. Andererseits bin ich aber stolz darauf diese Leistung sauber und mit intelligentem Training zu erreichen", so Sailer.

"Ein bisschen Glück"

Aktuell ist Sailer auf Rang neun der Jahresbestenliste und somit auf Tuchfühlung mit den Besten der Szene.

Das Finale scheint drin.

Dennoch stapelt sie tief: "Ich will einen guten Wettkampf zeigen und wie weit ich komme, sehe ich dann. Das hängt auch ein bisschen vom Glück ab."

Glück und Können sind auch in der Staffel gefragt, in der die deutsche Riege sogar um eine Medaille mitlaufen könnte.

Das Ziel: WM-Finale

"Hier ist zuerst das Ziel das Finale zu erreichen. Dann kann man neu angreifen. Alle müssen das Holz ins Ziel bringen. Wir haben viel dafür trainiert und können uns selbstbewusst zeigen", gibt Sailer die Marschroute vor.

Bei der WM könnte Sailer also für Furore sorgen. Das Erreichen des Finales und eine Staffelmedaille wären Voraussetzung.

"Anti-Doping-System unterworfen"

Daran ändern auch die jüngsten Dopingskandale aus der Sprinterszene um Tyson Gay, Asafa Powell und Sherone Simpson nichts.

"Ich habe mich dem deutschen Anti-Doping-System komplett unterworfen und tue alles dafür diesem gerecht zu werden. Ich gebe beispielsweise ständig jede Stunde des Tages meinen Aufenthaltsort an und stehe jederzeit für Kontrollen zur Verfügung", nennt Sailer Details.

Auf Details kommt es für Sailer auch über die 100 Meter an. Details, die nur aus Hundertstel bestehen.

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