Der Duisburger Michael Schrader wurde im Jahr 2010 Deutscher Meister © getty

Zehnkämpfer Schrader untermauert mit einem Fünf- Meter-Satz seine Medaillenambitionen. Verena Sailer sprintet ins Halbfinale.

Moskau - Zehnkämpfer Michael Schrader (26) greift nach Silber, Europameister Pascal Behrenbruch (28) hat nach einer enttäuschenden Vorstellung im Stabhochsprung dagegen keine Chance mehr auf eine Medaille bei den Weltmeisterschaften in Moskau.

Der Frankfurter Behrenbruch kam in der achten Disziplin nicht über 4,70 m hinaus und blieb damit deutlich unter seinen Möglichkeiten. Bei seinen 8514 Punkten im Juni in Ratingen hatte er 5,00 m geschafft.

Im Vergleich liegt Behrenbruch als Zwölfter nun bereits 216 Punkte hinter der Zwischenmarke von Ratingen zurück.

Auf Busemanns Spuren

Schrader bestätigte seine starke Verfassung vom Samstag, ließ 14,29 Sekunden über die Hürden mit 46,44 m im Diskuswerfen die dritte Bestleistung des Wettkampfes folgen und übersprang 5,00 m.

Damit liegt er im Zwischenklassement mit 7071 Punkten auf Rang zwei hinter Ashton Eaton.

Der Olympiasieger und Weltrekordler aus den USA befindet sich auf Gold-Kurs und dürfte kaum zu schlagen sein.

Zuletzt hatte Frank Busemann vor 16 Jahren mit Bronze eine WM-Medaille für die deutschen Mehrkämpfer gewonnen.

Freimuth schielt auf Bronze

Rico Freimuth (Halle/Saale) verteidigte im Stabhochsprung Rang drei und greift noch einmal in den Kampf um Bronze ein ( 758987 DIASHOW: Die Bilder der WM ).

Gegenüber seinen Konkurrenten Eelco Sintnicolaas aus den Niederlanden, Damian Warner aus Kanada und dem Franzosen Kevin Mayer hat er aber deutliche Schwächen in den abschließenden Disziplinen Speerwurf und 1500 m.

Der Olympia-Dritte Leonel Suarez (Kuba), ein ausgewiesener Speerwurf-Spezialist, ist ebenfalls noch im Rennen um Edelmetall.

Sailer gibt sich zurückhaltend

Deutschlands Top-Sprinterin Verena Sailer hat das Halbfinale über 100 m erreicht.

Die frühere Europameisterin aus Mannheim gewann ihren Vorlauf in starken 11,11 Sekunden und hat am Montag (17.35 Uhr) die Chance, erstmals in ihrer Karriere ins Finale einer Weltmeisterschaft einzuziehen.

Sailer hatte beim Vorbereitungs-Meeting in Weinheim ihre persönliche Bestzeit auf 11,02 Sekunden gesteigert. Damit ist sie die schnellste Deutsche seit Ex-Weltmeisterin Katrin Krabbe (1991) (SERVICE: Der Zeitplan der WM).

"Ich bin glücklich, die nächste Runde erreicht zu haben", sagte Sailer: "Ich bin auch zufrieden mit meiner Zeit, das wichtigste war jedoch, die Platzierung. Den Lauf zu gewinnen ist ganz nett, aber jetzt werde ich mich voll und ganz auf das Halbfinale konzentrieren."

Fraser-Pryce trabt ins Halbfinale

Ebenfalls eine Runde weiter ist Tatjana Pinto aus Münster.

Die 21-Jährige, Dritte der U-23-EM, qualifizierte sich als Vorlauf-Vierte in 11,38 Sekunden als eine der sechs Zeitschnellsten.

Problemlos erreichten die Favoritinnen die Vorschlussrunde. Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce (Jamaika) trabte in 11,15 Sekunden ebenso locker wie am Tag zuvor Landsmann Usain Bolt zum Vorlaufsieg.

Titelverteidigerin Carmelita Jeter (USA) kam in 11,24 ins Ziel. Die Bestzeit des Tages lief ihre Landsfrau English Gardner in 10,94.

Sujew wirft sich nichts vor

Mittelstreckenläuferin Diana Sujew aus Hamburg hat dagegen das Halbfinale verpasst.

Die 22-Jährige scheiterte über 1500 m nach 4:09,40 Minuten bereits im Vorlauf. Sujew blieb auf der blauen Bahn des Luschniki-Stadions deutlich über ihrer Bestzeit (4:05,62), die sie vor vier Wochen im belgischen Heusden aufgestellt hatte.

Die gebürtige Lettin lief bis 200 m vor dem Ziel mutig an der Spitze, dann ging ihr die Kraft aus.

"Ich habe mir die Rennen vorher angeschaut und wusste, man muss schnell sein. Mein Ziel war es, ins Halbfinale zu kommen. Wenn ich hintergerannt wäre, hätte ich mir vorgeworfen, nichts getan zu haben", sagte Sujew, "so kann ich wenigstens sagen, dass ich alles gegeben habe."

Gedopte Alptekin nicht am Start

Ins Halbfinale am Dienstag (18.40 Uhr) kamen dagegen problemlos Titelverteidigerin Jenny Simpson (USA) und Gold-Favoritin Abeba Aregawi (Schweden). Der Endlauf startet am Donnerstag (19.20 Uhr).

Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin wurde vor den Weltmeisterschaften des Dopings überführt. Die Türkin steht als Wiederholungstäterin vor einer lebenslangen Sperre.

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