Edna Kiplagat belegte beim olympischen Marathon 2012 in London den 20. Platz © getty

Edna Kiplagat wiederholt als erste Frau Marathon-Gold bei einer WM. Kelly-Ann Baptiste wird w positiv getestet.

Moskau - Erstes Gold für die Stars der Langstrecke - und der erste Dopingfall der WM:

Zum Auftakt der 14. Weltmeisterschaft in Moskau wiederholte die Kenianerin Edna Kiplagat als erste Frau Marathon-Gold bei einer WM.

Dann tat der Brite Mo Farah ein Jahr nach dem Olympia-Double als 10.000-m-Sieger den Schritt zum erneuten Zweifach-Triumph (SERVICE: Der Medaillenspiegel der WM).

Ebenfalls nach einer Medaille greift am Sonntag die WM-Zweite Nadine Müller (Halle/Saale) im Diskusring.

Otto hadert mit dem Material

Auch das deutsche Stabhochsprung-Trio um den Olympiazweiten Björn Otto hat sich souverän für das Finale am Montag (17 Uhr) qualifiziert.

Der Kölner Otto, mit 35 Jahren ältester Starter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), überquerte die Anfangshöhe von 5,55 m im zweiten Versuch.

"Im ersten Versuch war der Stab zu weich", erklärte Otto, "aber mir war klar, dass 5,55 m reichen".

Auch Lavillenie stark

Auch Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), der in London Bronze gewonnen hatte, und Malte Mohr (Wattenscheid) schafften problemlos 5,55 m und zogen damit ebenso ins Finale der besten 13 ein wie Olympiasieger und Top-Favorit Renaud Lavillenie.

Der Franzose, einziger Sechs-Meter-Springer in diesem Jahr, war als einziger Athlet erst bei 5,65 m in den Wettbewerb eingestiegen und hatte die Höhe souverän im zweiten Versuch gemeistert.

Starker Endspurt von Kiplagat

Das erste WM-Gold ließ Kiplagat sich nicht nehmen.

Lange lag die Kenianerin in Lauerstellung, erst in der Endphase des Marathonlaufs ging die 33-Jährige an der überraschend führenden Italienerin Valeria Straneo (2:25:58) vorbei und gewann in 2:25:44 Stunden ihr zweites Marathon-Gold bei einer WM.

Bronze ging an Kayoko Fukushi aus Japan (2:27:44).

Erst Olympiasieg, nun WM-Titel

Mo Farah brach in Moskau die äthiopische Dominanz.

Der britische Volksheld, der bei den Sommerspielen in London seine Landsleute mit zwei Goldmedaillen begeistert hatte, setzte sich über die 25 Stadionrunden nach 27:21,71 Minuten vor dem geschlagenen Titelverteidiger Ibrahim Jeilan aus Äthiopien (27:22,23) und Paul Tanui aus Kenia (27:22,61) durch.

Die Äthiopier Haile Gebrselassie, Kenenisa Bekele und Jailan hatten seit 1997 sieben der vergangenen acht WM-Titel gewonnen. Deutsche Läufer waren wie im Marathon der Frauen nicht am Start.

Enttäuschungen beim DLV

Zum Auftakt blieben neben den 100-Meter-Sprintern Martin Keller und Julian Reus drei weitere Deutsche auf der Strecke:

In der Diskus-Qualifikation mit enttäuschenden 60,09 m Julia Fischer (Berlin), deren Freund Robert Harting auf den dritten WM-Titel in Serie hofft.

Im Weitsprung scheiterten Lena Malkus (Münster) und mit ebenfalls 6,49 m Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) (SERVICE: Der Zeitplan der WM).

Moguenara auf Fehlersuche

Auch Weitspringerin Sosthene Moguenara erreichte souverän das Finale am Sonntag.

Der Zweiten der Weltjahresbestenliste, die beim Vorbereitungs-Meeting in Weinheim erstmals über sieben Meter gesprungen war, reichten in der Qualifikation im ersten Versuch 6,63 m, um am Sonntag (17 Uhr) die Medaillen ins Visier zu nehmen.

"Das war eine enge Qualifikation, aber es ist gut, mit 6,63 Metern in der nächsten Runde zu stehen. Die letzten beiden Sprünge bin ich zu schnell angegangen, daher waren sie ungültig. Aber ich habe zwei Trainer hier und werde bis zum Finale daran arbeiten", sagte Moguenara.

Medaille nur "ein Wunsch"

Im Finale über 3000 m Hindernis am Dienstag sind Antje Möldner-Schmidt (Cottbus) und Gesa Felicitas Krause (Frankfurt)d abei - ebenso wie Markus Esser (Leverkusen) im Hammerwurf.

Die 29 Jahre alte EM-Dritte und Olympia-Siebte Möldner-Schmitt lief in ihrem Vorlauf auf Rang vier und verbesserte ihre Saisonbestleistung auf 9:29,27 Minuten.

"Im Finale möchte ich meinen Lauf machen, eine Medaille ist ein Wunsch, aber für mich gilt es, einen ordentlichen Lauf hinzulegen", sagte sie: "Ich war ein ganz schönes Nervenbündel."

Krause, EM-Vierte von Helsinki und acht Jahre jünger als Möldner-Schmidt, musste dagegen um den Finalplatz zittern. Nach Rang sechs im Vorlauf qualifizierte sich die Studentin mit 9:42,19 Minuten nur als letzte der fünf Zeitschnellsten für den Endlauf.

"Sie hat sich freiwillig zurückgezogen"

Neben starken sportlichen leistungen gab es zum Auftakt der WM aber auch negative Schlagzeilen.

Die Sprinterin Kelly-Ann Baptiste (Trinidad und Tobago) soll positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden sein. Das berichtet der Trinidad Express. Die WM-Dritte von Daegu 2011 über 100 m hat Moskau bereits verlassen.

"Sie hat sich freiwillig zurückgezogen und reist nach Hause", sagte Teammanager Dexter Voisin, der die positive Dopingprobe aber nicht bestätigen wollte.

Der Verband hat eine offizielle Stellungnahme angekündigt.

Bereits im Vorfeld der WM wurden prominente Sprinter des Dopings überführt. Unter anderem wurden Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA), Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika) und seine Teamkollegin und Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown positiv getestet.

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