Pascal Behrenbruch erreichte bei Olympia in London Rang zehn © getty

Behrenbruch, Schrader und Freimuth haben nach Tag eins das WM-Treppchen im Blick. Favorit Ashton Eaton liegt in Führung.

Moskau - 16 Jahre nach Frank Busemann greifen mit Europameister Pascal Behrenbruch und Michael Schrader wieder deutsche Zehnkämpfer nach einer Medaille bei einer Weltmeisterschaft.

Beide Athleten streben nach einem starken ersten Tag bei den Titelkämpfen in Moskau einem Ergebnis von über 8500 Punkten entgegen und peilen sogar Silber an.

Olympiasieger und Weltrekordler Ashton Eaton aus den USA liegt trotz einer durchwachsenen Vorstellung auf Gold-Kurs.

Neben Behrenbruch (Frankfurt) und Schrader (Leverkusen) darf auch Rico Freimuth (Halle/Saale) noch von einer Medaille träumen. (SERVICE: Der Zeitplan der WM)

Schrader bei Halbzeit Dritter

Der Olympia-Zehnte Behrenbruch liegt nach fünf Disziplinen mit 4258 Punkten zwar nur auf dem zwischenzeitlichen siebten Rang, hat im Vergleich zu seinen Konkurrenten aber einen stärkeren zweiten Tag.

Schrader ist mit 4427 Zählern momentan sogar Dritter, Freimuth (4296) übernachtet auf Rang sechs. Neben dem deutschen Zehnkampf-Trio machen sich noch mindestens fünf weitere Athleten Hoffnungen auf Edelmetall.

Busemann hatte 1997 in Athen Bronze gewonnen.

Kampfansage von Behrenbruch

Behrenbruch bewies in Moskau am ersten Tag Nervenstärke und kämpfte sich auch nach einem zwischenzeitlichen Tief weiter nach vorne.

Mäßigen 15,86 m im Kugelstoßen ließ er im Hochsprung 1,99 m folgen - diese Höhe schaffte der Modell-Athlet noch nicht einmal bei seinem EM-Triumph 2012 in Helsinki.

"Früher war es für mich hart, weit hinten zu liegen. Aber damit kann ich jetzt umgehen, weil ich weiß, dass ich aufholen kann", sagte Behrenbruch, nachdem er zunächst auf Rang 20 gelegen hatte: "Wer 200 Punkte vor mir liegt, ist vor mir nicht sicher. Die hol' ich mir noch. Ich bin 'Mr. Zweiter-Tag'."

Hardee steigt aus

Im Kampf um Edelmetall könnte der Olympia-Zehnte wie Schrader vom Ausfall Trey Hardees profitieren.

Der Titelverteidiger aus den USA blieb im Hochsprung - offenbar verletzungsbedingt - ohne gültigen Versuch und beendete den Wettkampf.

Schrader will angreifen

Neben Behrenbruch, der im Stadion von seiner Freundin Sina unterstützt wird, präsentierten sich auch die beiden WG-Kumpel Schrader und Freimuth in ausgezeichneter Verfassung.

Beide glänzten besonders im Hochsprung, wo sie mit jeweils übersprungenen 1,99 persönliche Bestleistungen erzielten. Schrader verbesserte zudem seine Bestleistung über 400 m um fast eine halbe Sekunde auf 47,66 Sekunden.

"Am Sonntag will ich mich weiter steigern und gleich über die Hürden angreifen", sagte Schrader, der in den vergangenen Jahren immer wieder von langwierigen Fußverletzungen zurückgeworfen wurde.

Selbstbewusstsein stimmt

Die abschließende 400-m-Zeit von Eaton (46,02) hatte vor ihm noch nie ein Mehrkämpfer bei einer WM erreicht.

Vor den Titelkämpfen hatten die Mehrkämpfer betont, dass sie 16 Jahre nach Busemann endlich wieder eine WM-Medaille holen wollen. Behrenbruch meinte sogar: "Wir sind super stark. Ich bin mir sicher, dass ein Deutscher eine Medaille holt."

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