Sperrwerferin Stahl gewinnt bei den Olympischen Spielen 2012 die Bronzemedaille © getty

Die Deutsche Bank und die Deutsche Sporthilfe suchen gemeinsam den Sport-Stipendiaten des Jahres 2013. Stimmen Sie jetzt ab!

München/Frankfurt - Den Spagat zwischen Hochleistungssport und beruflicher Ausbildung stellt viele Spitzensportler vor eine große Herausforderung. Unterstützung ist dabei unerlässlich.

Ein Weg hierzu ist das Sport-Stipendium, dass die Deutsche Bank an von der Deutsche Sporthilfe geförderte Athleten vergibt.

In diesem Jahr zeichnen die Deutsche Bank und die Deutsche Sporthilfe erstmals einen von der Sporthilfe geförderten Top-Athleten als Sport-Stipendiaten des Jahres aus, der sowohl sportlich als auch im Studium herausragende Leistungen erzielt hat.

Und das Beste: Sie können ab sofort unter www.deutsche-bank.de/sporthilfe-wahl bis zum 16. August 2013 unter folgenden, von einer Fachjury nominierten fünf Top-Sportlern den Gewinner bestimmen.

Einer der Kandidaten ist Sperrwerferin Linda Stahl. Sie studiert Humanmedizin an der Universität zu Köln im 11. Fachsemester.

Vor den Europameisterschaft 2012 schloss sie die Untersuchungen im Labor für ihre Doktorarbeit ab. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele war der Speerwerferin wegen einer Fußverletzung erst sehr spät gelungen.

In London angekommen war der Wettkampfstart aufgrund weiterer Verletzungen bis zum Schluss ungewiss.

Letztendlich konnte sie in London die Bronzemedaille gewinnen. Auch bei den Europameisterschaften einige Wochen vor den Olympischen Spielen gewann sie bereits die Bronzemedaille.

Anfang 2013 erreichte sie die Zulassung zum praktischen Jahr, so dass sie seit Februar eine 40-Stunden-Woche mit vollem Training koordiniert. Eine Reduktion der Stundenzahl, verbunden mit einem späteren Examenstermin, kam für sie nicht in Frage.

Anfang des Monats wurde Linda Stahl bei den nationalen Meisterschaften in Ulm erstmals Deutsche Meisterin, für die Weltmeisterschaften in Moskau vom 10. bis 18. August 2013 gilt sie als eine der Medaillenhoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Frage: Linda, Du bist eine international überaus erfolgreiche Speerwerferin und studierst Humanmedizin in der Universität zu Köln. Woher nimmst Du die Kraft, um beides zu schaffen?

Linda Stahl: Ich habe in London die - für viele unerwartete - Bronzemedaille gewonnen. Ein Wettkampf vor 80.000 Menschen ist schon einmalig, jedoch zur Siegerehrung zu dürfen und auch vor so vielen Menschen eine Medaille überreicht zu bekommen, das ist unglaublich schön! Es entschädigt für den ganzen Stress, den man in den letzten Jahren auf sich genommen hat und all die Entbehrungen, sei es privat oder beruflich. Mit so einem Erlebnis im Hinterkopf hat man die Kraft diese zwei Vollzeit-Jobs durchzuhalten.

Frage: Hast Du nie überlegt, in der Olympiavorbereitung mit dem Studium zu pausieren?

Stahl: Doch. 2011 hatte ich mich dazu entschlossen, das Studium hinten anzustellen und mich auf den Sport zu konzentrieren, denn die Olympischen Spiele wollte ich nicht wieder verpassen. 2008 hatte ich zeitgleich mein Physikum absolviert, war psychisch und physisch unglaublich angespannt, was zu vielen Verletzungen führte und dazu, dass ich die Norm verpasste. Aber schnell war klar, dass der Sport allein mich nicht ausfüllt. So fing ich im April 2012 meine Doktorarbeit an und arbeitete 6 Stunden am Tag im Labor, um meine Versuche durchzuführen.

Frage: Eine Duale Karriere erfordert enorme Anstrengungen. Allein kann man es kaum schaffen. Wo und wie bekommst Du Unterstützung?

Stahl: Von den beiden Unis habe ich bis kurz vor dem Praktischen Jahr nie Hilfe erhalten! Nicht eine Klausur wurde verschoben, nicht einen Kurs konnte ich nachholen - das ist in dem Studienfach aber wohl auch nicht einfach. Deswegen hat mich das Vorstellungsgespräch im Februar mit dem Chefarzt Prof. Adamek im Krankenhaus Leverkusen geprägt. Das Klinikum fordert von mir möglichst normale Anwesenheitszeit, bietet mir aber persönliche Nachhilfe an, wenn ich eine Fortbildung verpasst habe, z.B. aufgrund eines Wettkampfs. Wenn ich mal länger weg muss, kann ich die Arbeitszeit am Wochenende nachholen. Im Moment arbeite ich in einer 40-Stunden-Woche im Krankenhaus und trainiere daneben voll. Es ist ein kleines Selbstexperiment: Wie belastbar bin ich? Bis jetzt geht alles gut, jedoch muss man manchmal auch Ruhepausen erzwingen, bevor es der Körper tut.

Weiterlesen