Robert Harting sorgte vor der WM 2009 in Berlin für einen Eklat, als er sich abfällig über eine Aktion von Dopingopfern äußerte © getty

Der Diskus-Riese verspricht bei SPORT1, sich für längere Sperren einzusetzen. Die jüngsten Skandale haben ihn nicht erschüttert.

Von Andreas Kloo und Michael Spandern

München - Klare Kante - im Ring wie in der sportpolitischen Manege.

Robert Harting hält nichts von weichgespülten Worten und halbherzigen Unternehmungen. Doch genauso kommen dem Diskus-Riesen die Bemühungen im Anti-Doping-Kampf vor.

Bei SPORT1 verspricht er, für eine drakonischere Bestrafung der Betrüger zu kämpfen.

"Ich würde mir deutlich härtere Strafen für Doping-Sünder wünschen, wie z.B. eine fünfjährige Sperre", sagte der Olympiasieger. "Ich werde mich dafür einsetzen."

Dopingsünder auch im Diskuswerfen

Bei der am Samstag beginnenden WM in Moskau will Titelverteidiger Harting der Konkurrenz einmal mehr "zeigen, dass es auch ohne Doping geht".

Wenn er am Montag - erstmals bei großen Titelkämpfen gemeinsam mit seinem Bruder Christoph - zur Qualifikation antritt, ist der Jamaikaner Traves Smikle anders als bei den Olympischen Spielen nicht dabei.

Er wurde in diesem Sommer genauso des Dopings überführt wie Diskuswerferin Allison Randall. Die Schlagzeilen schrieben aber die aufgeputschten Sprinter: Erst flog Weltmeister Tyson Gay auf, kurz darauf der ehemalige Weltrekordler Asafa Powell .

"Das kommt an bei den Leuten"

Harting ist eher ernüchtert als schockiert: "Erschüttert hat es mich nicht. Leider ist es so, dass man immer wieder mit solchen Meldungen rechnen muss", sagte er SPORT1.

Doch Doping, das er als Begleiterscheinung des Sports einstuft, sei nicht das einzige Problem der Leichtathletik.

Der 28-Jährige vermisst Typen mit Profil, die den Fans in Erinnerung bleiben und an denen sie sich auch reiben können - so wie an ihm: "Da bin ich ein ganz gutes Beispiel: Ich bin Einer aus der Bevölkerung, ein ganz normaler, der unverfälscht das sagt, was er denkt. Das kommt an bei den Leuten."

Das Problem der Verständlichkeit

Harting, Student der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, macht sich auch Gedanken darüber, wie die Menschen Sport über die Medien verfolgen.

"Die Rezeption von Sport hat sich sich massiv gewandelt", stellt er fest. Wichtiger denn je sei, das der Sport übersichtlich und die Informationen über ihn verständlich sind, meint der Berliner.

"Und an diesen Punkten wackelt die Leichtathletik, die Zuschauer wissen nicht mehr, wie baut sich eine einzelne Disziplin auf, was gehört zusammen?"

Deshalb schlägt er vor, die Anzahl an Disziplinen zu reduzieren, am liebsten auf nur noch zehn bei Meetings. Um Klarheit zu schaffen.

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