Björn Otto fehlten bei Olympia in London sechs Zentimeter auf Sieger Lavillenie © getty

Björn Otto springt sich bei den DM warm fürs EM-Duell mit Lavillenie. Bartels toppt 20 m, Schwanitz die Weltjahresbestweite.

Dortmund - Angeführt von Überflieger Björn Otto haben sich die deutschen Leichtathleten eine Woche vor der Hallen-EM in Göteborg in Medaillenstimmung gebracht.

Bei den nationalen Hallen-Meisterschaften in Dortmund sicherte sich der Olympia-Zweite aus Köln mit 5,85 m den Sieg und setzte damit einen der Höhepunkte des Wochenendes.

Insgesamt 7500 Zuschauer sahen auch ohne Olympia-Stars wie Robert Harting zahlreiche Hoffnungsträger für den wichtigsten Wettkampf der Hallen-Saison vom 1. bis 3. März.

Allen voran Top-Sprinterin Verena Sailer, die Kugelstoßer Ralf Bartels und Christina Schwanitz sowie die Weitspringer Christian Reif und Sebastian Bayer unterstrichen ihre Medaillenambitionen.

Mohr und Gruber geben Bewerbung ab

"Ich hatte zwischendurch ein paar Probleme mit dem Anlauf, aber ich habe mich durchgekämpft. Das ist die Hauptsache", sagte Otto, der sich dreimal vergeblich am deutschen Rekord von 6,01 m versuchte.

In Göteborg will er nun endlich seinen Dauerrivalen Renaud Lavillenie (Frankreich) knacken, der ihm im vergangenen Jahr bei Olympia, der EM in Helsinki und der Hallen-WM in Istanbul Gold vor der Nase weggeschnappt hatte.

Insgesamt sechs deutsche Springer haben die EM-Norm (5,65) erfüllt, in Dortmund brachten sich der Zweite Malte Mohr (Wattenscheid/5,80) und der Dritte Hendrik Gruber (Leverkusen/5,75) für die zwei restlichen Göteborg-Plätze ins Gespräch.

Sailer erst krank, dann golden

Der endgültige Kader wird am Montag bekannt gegeben, der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) rechnet mit mindestens 30 Athleten in Schweden.

Zufrieden mit den Leistungen von Dortmund war im WM-Jahr auch Chef-Bundestrainer Idriss Gonschinka, zumal "die Hallensaison immer den Charakter einer spezifischen Vorbereitung für den Sommer hat".

Zehn Medaillen und drei Titel sind die Vorgabe der Hallen-EM von 2011 in Paris. Für Verena Sailer (Mannheim) verlief schon die Vorbereitung auf Dortmund etwas holprig: Erst sagte sie ihren Start wegen eines grippalen Infekts ab, lief dann in 7,18 Sekunden am Samstag doch zum Titel.

"Es gab ein Hin und Her, weil ich für die Hallen-EM nichts riskieren wollte", sagte die Europameisterin über 100 m von 2010, die in Göteborg auf ihre zweite Medaille bei einer Hallen-EM nach Bronze 2009 hofft.

Schwanitz glückt "etwas ganz Besonderes"

Gold im Blick haben mit der Kugel der frühere Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg), der sich mit 20,08 m den Meistertitel holte, und Christina Schwanitz (LV Erzgebirge).

Die Olympiazehnte vollbrachte mit 19,79 m die einzige Weltjahresbestleistung des Wochenendes. "Das war etwas ganz Besonderes", sagte auch Cheftrainer Gonschinka.

Ihre Weltklasse unterstrichen nach Gonschinkas Ansicht die Weitspringer Christian Reif (Rehlingen), der mit 8,06 m Gold holte, und der Silbergewinner Sebastian Bayer (Hamburg/7,97). Doch auch von Nachwuchsleuten wie 60-m-Meister Julian Reus erwartet er einiges in dieser Saison.

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