Betty Heidler gewann bei den Weltmeister- schaften 2009 und 2011 jeweils Silber © getty

Hammerwerferin Betty Heidler hat nach dem Bronzegewinn bei Olympia in London große Pläne: Weltrekord und WM-Medaille.

Kreta - Die Post kam aus Südafrika, Neuseeland und Australien.

Selbst aus Indien flatterten die Glückwünsche bei Betty Heidler ein. Satt ist die Hammerwerferin nach dem am Ende mit Bronze belohnten Chaos von London, durch das sie in Deutschland über Nacht zum Medienstar wurde, aber noch lange nicht.

Sie plant schon ihren nächsten großen Wurf.

"Im kommenden Jahr steht eine WM-Medaille auf dem Plan. Außerdem will ich über 80 Meter werfen", sagt die 28 Jahre alte Berlinerin.

Es wäre der Wurf in eine neue Dimension. Ihr aktueller Weltrekord vom Mai 2011 liegt bei 79,42 m.

Mit Maßband zur Medaille

Richtig berühmt wurde Heidler erst in diesem Sommer.

Bei den Olympischen Spielen erlebte die Weltmeisterin von 2007 den verrücktesten Wettkampf ihrer Karriere (NEWS: Alles zur Leichtathletik).

Millionen von Menschen saßen vor dem Fernseher und fieberten mit, als bei ihrem fünften Versuch die Technik streikte und am Ende sogar das gute alte Maßband ausgerollt wurde, um die Weite zu ermitteln.

"Mir wurde das Jubeln genommen"

Erst tief in der Nacht in der Maske vor einem Fernsehauftritt erfuhr Heidler, dass ihr nach endlosen Diskussionen, Protesten und Gegenprotesten die Bronzemedaille nach einem Wurf auf 77,12 Meter sicher war.

"Mir wurde schon das Jubeln genommen. Die Siegerehrung sollte am gleichen Abend sein, meine Familie war mit im Stadion. Das wäre ein Ereignis gewesen, das hat man mir genommen", sagt Heidler.

Positiver Nebeneffekt

Sie erinnert sich auch Wochen nach dem grotesken Schauspiel im Londoner Olympiastadion an die langen bangen Minuten.

"Ich konnte im Stadion keine Runde drehen mit der Fahne - das ist eine Sache, die kann mir keiner wiedergeben, das war weg. Aber das positive Feedback und die Aufmersamkeit, die dadurch produziert wurde - das ist das, was wiedergekommen ist. Das gleicht sich nicht ganz aus, hat aber trotzdem einen riesigen positiven Nebeneffekt."

Heidlers Status ändert sich

Seither ist die sympathische Jura-Studentin mit den feuerroten Haaren in zahlreichen Talkshows gewesen und hat ihre Geschichte erzählt.

Mit einem strahlenden Lächeln und den Sommersprossen verzaubert sie das Fernsehpublikum regelrecht und ist so zu einem der bekanntesten Gesicht der deutschen Leichtathletik aufgestiegen.

Entspannung auf Kreta

Bevor das Training Mitte Oktober wieder losgeht, genießt Betty Heidler aber erst einmal ihren Urlaub.

Die Tage im Robinson-Klub Kalimera Kriti auf der griechischen Insel Kreta, wo sie zusammen mit 87 anderen deutschen Spitzensportlern die Saison ausklingen lässt, kommen da gerade recht.

Beim Stehpaddeln und Beachvolleyball spielen Weiten ausnahmsweise mal keine Rolle.

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