Hürdenstar Aries Merritt lief 2012 zum achten Mal unter 13 Sekunden © getty

Der Hürdenstar sorgt in Brüssel für einen Paukenschlag und verbessert die alte Bestmarke deutlich. Bolt und Blake dominieren.

Brüssel - Mit einem Fabel-Weltrekord beim Diamond-League-Finale in Brüssel hat der Amerikaner Aries Merritt Jamaikas Sprint-Stars Usain Bolt und Yohan Blake in den Schatten gestellt.

In 12,80 Sekunden blieb der 27 Jahre alte Olympiasieger über 110 m Hürden vor 47.000 begeisterten Zuschauern gleich sieben Hundertstel unter der vier Jahre alten Bestmarke des Kubaners Dayron Robles.

Deutscher Star in Belgien war Silke Spiegelburg, die als erneut punktbeste Stabhochspringerin der Saison 40.000 Dollar Prämie erhielt.

Merritt: "Konnte Potenzial freilegen"

"Ich wollte eine gute Saison nur mit einer weiteren Zeit unter 13 Sekunden beenden, ich kann nicht glauben, dass ich so schnell war", meinte Merritt im Ziel, "diese Zeit ist ein Schock. Es war ein perfektes Rennen vom Start bis ins Ziel."

Der Amerikaner, der vor fünf Tagen beim Berliner ISTAF Diskus-Olympiasieger Robert Harting nach dessen Einlage in London noch "Unterricht" im Hürdenlauf gegeben hatte, stellte fest: "Nach einer Reihe von Verletzungen habe ich endlich mein Potenzial freilegen können. Es ist das erste Jahr, dass alles zusammenkam."

Ideale Bedingungen

Merritt krönte eine glanzvolle Saison, die mit 60-m-Hürden-Gold im März bei der Hallen-WM begonnen hatte und mit dem Olympiasieg in 12,92 Sekunden in London einen ersten Höhepunkt fand. Den Weltrekord lief er bei idealen Bedingungen mit einem Rückenwind von 0,3 m/Sekunde. Als Zweiter hatte Weltmeister Jason Richardson (ebenfalls USA) in 13,05 nicht die Spur einer Chance.

Rekord: Acht Rennen unter 13 Sekunden

Merritt ist der erste 110-m-Hürdenläufer, der in einer Saison acht Rennen unter 13 Sekunden lief. Sieben hatte zuvor auch der nun als Weltrekordler entthronte Dayron Robles geschafft, der vier Jahre vor Merritt bei Olympia in Peking Gold gewonnen hatte.

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Bolt und Blake souverän

Minuten später rannte der sechsmalige Olympiasieger Usain Bolt in 9,86 Sekunden seine fünftbeste Saisonzeit nach den 9,63 beim Gold in London.

Yohan Blake, der vor einem Jahr in Brüssel über 200 m sensationell in 19,26 Sekunden aufgetrumpft hatte, lief in 19,54 seine zweitbeste Zeit des Jahres nach den 19,44 beim Olympiasilber.

Spiegelburg siegt und kassiert

Die Leverkusenerin Silke Spiegelburg gewann 32 Tage nach ihrem für sie maßlos enttäuschenden vierten Platz bei Olympia die Saisonwertung mit 4,75 m vor Brasiliens Weltmeisterin Fabiana Murer (4,65).

Für den Sieg in Brüssel erhielt sie gesondert 10.000 Dollar. Siebte wurde mit 4,35 m die Olympiasechste Lisa Ryzih (Ludwigshafen), lediglich Zehnte mit 4,25 m Vize-Weltmeisterin Martina Strutz (Neubrandenburg).

Wiering erreicht Platz zwei

In Hartings Abwesenheit belegte Diskuswerfer Martin Wierig (Magdeburg) einen starken zweiten Rang. Nach 66,05 m kassierte der 2012 auf 68,33 m verbesserte Weltranglisten-Vierte und Olympia-Sechste 6000 Dollar. Er unterlag nur Estlands Peking-Olympiasieger Gerd Kanter (66,84 m).

Infekt stoppt Obergföll

Die Olympia-Zweite Christina Obergföll den Speerwurf-Start kurzfristig absagen. "Mich hat ein ganz schlimmer Magen-Darm-Infekt erwischt. Ich war sechs Stunden im Krankenhaus, habe Infusionen erhalten", erklärte die Offenburgerin. Nur Letzte mit schwachen 56, 77 m wurde die Olympiadritte Linda Stahl (Leverkusen).

Bett mit Jahres-Weltbestzeit

Jahres-Weltbestzeit über 10.000 m lief in 26:51,16 Minuten der Kenianer Emmanuel Bett. Hinter ihm blieben vier weitere Läufer unter der bisherigen Saisonbestmarke.

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