Jamaikaner Bolt will in London über 100, 200 und 4x100m dominieren © getty

Der Sprint-Superstar unterhält zuerst das Publikum und lässt dann die Konkurrenz stehen. Malte Mohr löst das London-Ticket.

München/Rom - Super-Sprinter Usain Bolt hat beim dritten Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Rom eine beeindruckende Show abgeliefert.

Erst verzückte der Jamaikaner die Fans im Olympiastadion mit seinen Mätzchen, dann rannte der 25 Jahre alte Ausnahme-Athlet über 100 m der Konkurrenz und allen Zweifeln davon.

Bolt verbesserte trotz schwachem Star in glänzenden 9,76 Sekunden seine Weltjahresbestzeit (9,82) deutlich .

Dabei rollte er das Feld von hinten auf und ließ Landsmann Asafa Powell (9,91) und Frankreichs Europameister Christophe Lemaitre (10,04) keine Chance (BERICHT: Bolt im Angriffsmodus).

"Nach Ostrau haben viele an mir gezweifelt - ich nie. Heute bin ich sehr glücklich mit dieser Zeit", erklärte der Weltrekordler (9,58), der bei Olympia in London wie 2008 in Peking über 100, 200 und 4x100 m siegen will.

Bolt macht Ostrau vergessen

Am vergangenen Freitag hatte Bolt in Ostrau sein langsamstes Rennen seit dem Aufstieg zum 100-m-Star abgeliefert (10,04) und das Stadion kopfschüttelnd verlassen (Wolff-Kolumne: Schluss mit den Ausreden).

Danach war über die Form des Dreifach-Weltrekordlers gerätselt worden. Mit seiner Leistung von Rom erstickte er die Zweifel nun im Keim, warf Kusshändchen in die Menge und ließ sich eines Superstars entsprechend feiern.

Herausragend war auch die Vorstellung von Paul Koech. Der Kenianer hat nach einem beeindruckenden Sololauf den acht Jahre alten Weltrekord über 3000 m Hindernis in Jahresweltbestzeit von 7:54,31 Minuten nur um sieben Zehntelsekunden verpasst. Zweiter beim Vierfach-Triumph der Kenianer wurde Abel Mutai (8:01,67).

Mohr knackt Olympia-Norm

Aus deutscher Sicht überzeugten vor rund 45.000 Zuschauern Stabhochspringer Malte Mohr und Mittelstrecklerin Corinna Harrer.

Der Wattenscheider Mohr hat als dritter deutscher Höhenjäger die Norm für Olympia in London geknackt. Der 25-Jährige übersprang 5,72 m und sicherte sich Platz drei. Vor Mohr landeten nur die beiden Franzosen Renaud Lavillenie (5,82) und Romain Mesnil (5,72).

Äthiopierin läuft Weltbestzeit

Harrer kommt ebenfalls immer besser in Form.

Die 21 Jahre alte Regensburgerin steigerte ihre persönliche 1500-m-Bestmarke von 4:04,81 auf 4:04,30 Minuten und wurde Fünfte.

Äthiopiens Siegerin Abeba Aregawi lief in 3:56,54 Weltbestzeit. 2012 unerreicht waren bisher auch die 2,33 m des britischen Hochspringers Robbie Grabarz und die 5000-m-Zeit Vivian Cheruiyot in 14:35,62 Minuten.

Überraschend schlug über 800 m Fantu Magiso (Äthiopien) in 1:57,56 Minuten Kenias Weltrekordlerin Pamela Jelimo (Kenia), nur Achte in 2:00,07 wurde Südafrikas Vize-Weltmeisterin Caster Semenya in 2:00,07.

Obergföll enttäuscht

Die starken deutschen Frauen haben den Jahresweltbestmarken der Konkurrenz dagegen nur schwache Weiten entgegengesetzt.

Speerwerferin Christina Obergföll kam beim Sieg der mit 68,65 m auftrumpfenden Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien) nicht über 62,60 m und Platz vier hinaus.

"Ich bin nicht zufrieden und hätte schon gern weiter geworfen", sagte Obergföll, "aber mit Blick auf Olympia bin ich nicht beunruhigt."

Kleinert findet nicht zu ihrem Rhythmus

Im Kugelstoßen fand die Athen-Olympiazweite Nadine Kleinert überhaupt nicht zu ihrem Rhythmus und wurde enttäuschende Siebte.

Die 36 Jahre alte Magdeburgerin wirkte verkrampft und wuchtete die vier Kilogramm schwere Kugel lediglich auf 18,51 m. Olympiasiegerin Valerie Adams (Neuseeland) bot mit 21,03 m den weitesten Stoß des Jahres in der Welt und siegte vor der Chinesin Lijiao Gong (19,79).

Dritte wurde Weißrusslands Vize-Weltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk (19,58). Josephine Terlecki stieß als Achte 17,79 m.

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