Usain Bolt holte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking drei Goldmedaillen © imago

Jamaikas Supersprinter ist beim Golden-Spike-Meeting meilenweit von seiner Bestform entfernt. Stabhochspringer Dilla jubelt.

Ostrau - Kopfschüttelnd und etwas ratlos blickte Sprintsuperstar Usain Bolt durch das weite Rund des Mestsky Stadions in Ostrau.

Der schnellste Mann der Welt war beim Golden-Spike-Meeting meilenweit von seiner Bestform entfernt.

Der 25 Jahre alte Jamaikaner gewann die 100 m bei leichtem Gegenwind in schwachen 10,04 Sekunden und blieb damit deutlich über seiner Jahres-Weltbestmarke (9,82).

Jubeln durfte dagegen Stabhochspringer Karsten Dilla aus Dormagen, der mit 5,72 m eine persönliche Bestleistung aufgestellt und die Norm für die Olympischen Spiele in London geknackt hatte.

Bolt ratlos

Bolt, der sich direkt nach dem Rennen die gelben Schuhe von den Füßen gezogen hatte und barfuß auf der Laufbahn hockte, suchte vergeblich nach Erklärungen: "Ich weiß nicht, was falsch gelaufen ist."

Vor allem der Start des Weltrekordlers (9,58) bei seinem Europa-Debüt war miserabel.

Zweiter wurde Ex-Weltmeister Kim Collins (St. Kitts and Nevis) in 10,19 vor dem Amerikaner Darvis Patton in 10,22.

Nur Platz vier für Storl

Auch Kugelstoß-Weltmeister David Storl hat seine Bestform noch nicht erreicht und musste sich mit Platz vier begnügen.

Der 21-Jährige, der sich am vergangenen Wochenende bei den Halleschen Werfertagen mit 21,13 m die Olympia-Norm und den Tagessieg gesichert hatte, kam nur auf 20,50 m und hatte bei insgesamt sechs Versuchen nur zwei gültige.

Der kanadische Vizeweltmeister Dylan Armtrong siegte in Ostrau mit 21,29 m vor dem polnischen Olympiasieger Tomasz Majewski (21,01) und seinem Landsmann Justin Rodhe (20,84).

Nur Lavillenie besser als Dilla

Im Stabochsprung musste sich Dilla nur dem französischen 6-Meter-Springer Renaud Lavillenie, der mit 5,90 m eine Jahres-Weltbestleistung aufstellte, geschlagen geben.

Speerrurf-Weltmeister Matthias de Zordo hatte seinen Start abgesagt.

"Matthias hat eine kleine Zerrung im Rückenstrecker. Es ist aber nichts Dramatisches", sagte Bundes- und Heimtrainer Boris Henry "leichtathletik.de".

Heidler schon in Form

Für einen deutschen Sieg hatte bereits am Donnerstag Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler gesorgt.

Die 28-Jährige von der LG Frankfurt gewann mit 78,07 Metern und feierte damit das zweitbeste Ergebnis ihrer Karriere nach dem Weltrekord (79,42).

Zweite wurde die Olympia-Dritte Wenxiu Zhang aus China (76,99) vor Anita Wlodarczyk aus Polen (74,81).

Esser schafft EM-Norm

Bei den Männern belegte Markus Esser mit 77,27 Metern den vierten Rang und schaffte mit dieser Weite die EM-Norm.

Es siegte der Ungar Krisztian Pars (82,28) vor dem Polen Pawel Fajdek (80,36).

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