Der Jamaikaner Usain Bolt lief bei der WM 2009 in Berlin die Fabelzeit von 9,58 Sekunden © getty

Der Rücken ist gesund, die Form überragend: Sprintstar Usain Bolt brennt vor dem Meeting in Ostrau auf Olympia und eine Fabelzeit.

Hamburg/Ostrau - Es ist das immer gleiche Ritual.

Erst wird Usain Bolt seine Faxen machen und die Menge zum Kochen bringen, dann seinen muskelbepackten Körper in den Startblock zwängen und explodieren.

Rund 41 Schritte braucht der Sprint-Superstar für die 100 Meter, weniger als zehn Sekunden dauert das Spektakel, doch die Fans lieben seine Show.

"Ich bin in starker Form. Mein Trainer ist sehr zufrieden mit mir, und ich bin es auch", sagte der 25 Jahre alte Jamaikaner vor seinem Start am Freitag beim Golden-Spike-Meeting im tschechischen Ostrau, "9,7 Sekunden wären daher gut für mich." Es wäre eine deutliche Verbesserung seiner eigenen Weltjahresbestleistung (9,82 Sek.).

Bolt, der Extreme

Doch Bolts erster Start in Europa in diesem Jahr soll für den 1,96 m großen Ausnahmeathleten nichts weiter als eine Durchgangsstation sein.

Bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August) will er zur lebenden Legende werden und die Welt mit drei Goldmedaillen ein weiteres Mal begeistern. Immer schneller, greller und dominanter: Bolt denkt nur noch in Extremen.

"Für alles bereit"

"In diesem Jahr bin ich im Zenit meiner Leistungsfähigkeit", sagte er, "ich gebe meinem Gegner nie eine Chance und bin für alles bereit."

Bolt strotzt nach zwei mageren Jahren und dem Fehlstart-Drama bei der WM in Daegue wieder vor Selbstbewusstsein.

"9,4 Sekunden wären fantastisch"

"Auch wenn ein paar Jungs meinen, sie könnten mich schlagen, bin ich immer noch die Nummer eins und will wieder drei Goldmedaillen", sagte Bolt, den es nicht stört, dass von ihm Wunderzeiten von 9,4 und 19 Sekunden erwartet werden.

"9,4 Sekunden wären fantastisch", sagte er: "Ich werde mein Bestes geben, und wenn jemand die 9,4 knackt, bin hoffentlich ich das. Dafür arbeite ich hart."

Der Rücken ist in Ordnung

Sein Rückenprobleme, die ihm in der Vergangenheit arg zugesetzt haben, seien behoben.

Zuletzt hatte sich Bolt in München von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, dem weltweit von Sportstars gefragten Arzt des FC Bayern und der Fußball-Nationalmannschaft, behandeln lassen.

Blake mit Kampfansage

Als Bolts härtester Konkurrent über 100 und 200 m in London gilt ausgerechnet sein Landsmann und Trainingspartner Yohan Blake.

Der 22 Jahre alte Aufsteiger profitierte in Daegu von Bolts Missgeschick und gewann den WM-Titel über die 100 m. In dieser Saison ist er bereits bei 9,82 Sek. (100 m) und 19,91 Sek. angekommen.

"Usain glaubt, er sei viel besser als ich. Er übersieht, dass ich deutlich stärker und schneller geworden bin", sagte Blake, der sich von seinem großen Vorbild längst emanzipiert hat und nicht mehr in Ehrfurcht erstarrt.

Spektakel vorgesehen

Bis zu der großen Show in London und dem Kampf um die wichtigsten Medaillen Olympias wollen sich die beiden kraftstrotzenden Rivalen eigentlich aus dem Weg gehen.

Allerdings ist bei der jamaikanischen Olympia-Qualifikation in Kingston (28. Juni bis 1. Juli) ein direktes Duell unumgänglich. Denn beide wollen in London 100 und 200 m gewinnen und ein riesiges Spektakel abliefern.

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