Robert Harting holte 2009 in Berlin und 2011 in Daegu WM-Gold © getty

Der Diskus-Weltmeister setzt drei Monate vor Olympia ein riesiges Ausrufezeichen. Auch Storl überzeugt beim Meeting in Halle.

Halle/Saale - Robert Harting feierte die magische Marke mit einer La Ola, anschließend verteilte er 70 Stück Kuchen.

Mit seinen 70,31 m sorgte der zweimalige Diskusweltmeister für den Höhepunkt beim Werfer-Meeting in Halle/Saale.

Hartings erster Wurf über die magische 70-Meter-Marke untermauerte zugleich seine Medaillen-Ambitionen für die Olympischen Spiele in London.

"Ich habe beim Einwerfen gemerkt, dass hier was gehen kann", sagte Harting (DATENCENTER: Alles zur Leichtathletik).

Ungültiger Wurf ging noch weiter

Zugleich merkte der 27-Jährige aber auch kritisch an: "Das Timing im Abwurf stimmt noch nicht, da ist noch ein bisschen mehr drin. Ich hatte ja auch ein paar Ungültige, der letzte war sogar über 71 m."

Der 70-m-Wurf selbst "war so ein haarscharfes Ding. Hätte ich meinen Fuß einen Zentimeter weiter in Wurfrichtung gesetzt, wäre der ungültig gewesen".

Harting ist nach Weltrekordler Jürgen Schult (74,08), dem fünfmaligen Weltmeister Lars Riedel (71,50) und Wolfgang Schmidt (71,16) erst der vierte Deutsche, der die magische Grenze übertroffen hat.

"Wahnsinn, Wahnsinn"

Harting verbesserte seine bisherige persönliche Bestleistung (69,69) um 62 Zentimeter.

Der letzte 70-m-Wurf war Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland im April 2010 mit 71,45 gelungen.

Schult, inzwischen leitender Bundestrainer Wurf des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), hatte für Hartings Wurf nur zwei Worte übrig: "Wahnsinn, Wahnsinn."

Storl knackt Quali-Norm

Zuvor hatte schon Kugelstoß-Weltmeister David Storl den perfekten Start in die Olympia-Saison hingelegt.

Der 21-Jährige knackte nicht nur direkt in seinem ersten Versuch mit 20,94 m die Norm (20,50) für London, sondern sicherte sich auch noch im letzten Durchgang mit 21,13 m den Tagessieg hauchdünn vor dem polnischen Olympiasieger Tomasz Majewski (21,12).

Zur Belohnung gab es einen Trip zum Champions-League-Finale nach München.

"Für den Anfang ganz gut"

"Das ist für den Anfang ganz gut, ich habe mir vielleicht ein bisschen mehr vorgestellt. Aber ich war einfach zu platt, wir sind letzte Woche erst aus dem Trainingslager gekommen", sagte Storl, der sich zudem drei Fehlversuche leistete.

Die Karten fürs Endspiel der Bayern gegen Chelsea hatte der Chemnitzer "über Umwege" erhalten, wie er schmunzelnd berichtete.

Müller zeigt sich erholt

Diskus-Vizeweltmeisterin Nadine Müller zeigte sich bei ihrem Heimspiel gut erholt von ihrer Pleite vor einer Woche in Wiesbaden, als die Weltranglisten-Erste (68,89) mit 59,66 nur Rang fünf belegt hatte.

Müller warf im ersten Durchgang gleich 66,51 und siegte nach insgesamt vier Würfen über die 66-m-Marke mit 66,68 deutlich vor der Polin Zaneta Glanc (65,34) und Weltmeisterin Li Yangfeng aus China (65,09).

Obergföll siegt im Speerwerfen

Sechste im Diskus wurde die erst 18 Jahre alte Anna Rüh aus Neubrandenburg, die mit 62,32 zum zweiten Mal an diesem Tag als dritte DLV-Athletin nach Müller und der diesmal viertplatzierten Julia Fischer (Berlin/63,37) die Olympia-Norm knackte. Rüh hatte bereits am Vormittag im Jugend-Wettbewerb 63,04 m geworfen.

Im Speerwurf setzte sich Christina Obergföll (Offenburg) mit 63,91 m vor Katharina Molitor (Leverkusen) 62,52 durch.

Der Sieg ging im Hammerwurf in Abwesenheit von Weltrekordlerin Betty Heidler (Frankfurt/79,42) an die Chinesin Zhang Wenxiu (74,90).

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