Gatlins urspüngliche Dopingsperre über acht Jahre wurde 2006 auf vier Jahre reduziert © getty

Zehn Wochen vor den Olympischen Sommerspielen überzeugen die US-Athleten Gatlin und Merritt mit starken Leistungen in Doha.

München - Zwei Olympiasieger mit spektakulären Dopingaffären prägten neben Kenias Läufergarde den Auftakt der Diamond League der Leichtathleten.

Justin Gatlin, der sein Olympia-Gold von Athen 2004 verloren hatte, lief zweieinhalb Monate vor den Sommerspielen beim Meeting in Doha in 9,87 Sekunden nahe an die 100-m-Jahres-Weltbestzeit von Jamaikas Superstar Usain Bolt (9,82) und an die 9,84 von Weltmeister Yohan Blake (Jamaika) heran.

Und sein US-Landsmann LaShawn Merritt scheint nach 44,19 Sekunden auf dem besten Weg, sein 400-m-Gold von Peking Ende Juli in London zu wiederholen (Highlights und LIVE im TV auf SPORT1 und SPORT1+).

Gatlin zurück zu alter Form

"Ich habe gezeigt, dass noch eine Menge in diesen Beinen steckt. Ich will, dass jeder weiß, dass Justin Gatlin zurück ist. Ich will den Olympiasieg", tönte Gatlin, der zwei Monate nach dem 60-m-Triumph bei der Hallen-WM fast so schnell war wie vor acht Jahren beim Gold in Athen (9,85) und Jamaikas Ex-Weltrekordler Asafa Powell (9,88) knapp hinter sich ließ.

Sechs der zehn zum frühen Saisonzeitpunkt meist schon hochkarätigen Jahres-Weltbestzeiten zauberten Kenias Läuferstars auf die Bahn.

Paul Kipsiele Koech (7:56,58) und Richard Mateelong (7:56,81) verfehlten den Weltrekord über 3000 m Hindernis nur um rund drei Sekunden.

Der WM-Zweite Silas Kiplagat schlug in starken 3:29,63 den 1500-m-Olympiasieger Asbel Kiprop (3:29,78). Über 800 m hielt Weltrekordler David Rudisha hielt in 1:43,10 Aufsteiger Rob Kinyor (1:43,76) auf Distanz und Olympiasiegerin Pamela Jelimo wartete mit 1:56,94 auf.

Walkers Hürdenzeit hat weiter Bestand

Über 3000 m liefen Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot 8:46,44 und Augustine Choge 7:30,42.

Unerreicht waren 2012 bisher auch die 54,62 Sekunden von Jamaikas Olympiasiegerin Melaine Walker über 400 m Hürden und die 66,86 m, mit denen im Speerwurf Russlands Weltmeisterin Maria Abakumowa (66,86) Tschechiens Olympiasiegerin Barbora Spotakova (66,17) schlug.

Als einziger Springer schaffte der Grieche Dimitrios Kondrokoukis eine Saisonbestmarke, als er 2,32 m überflog.

Matthias de Zordo startet in Schanghai

"Schade, viel hat nicht zum Sieg gefehlt", meinte Silke Spiegelburg, die mit gleicher Höhe von 4,57 m der Russin Anastasia Sawtschenko den Stabhochsprungsieg überlassen musste. Doch die Basis zum erneuten Disziplinsieg in der Diamond League ist für die EM-Zweite nicht schlecht.

Haken dran

"Super, damit ist die Norm gleich abgehakt. Das macht den Kopf frei", meinte Christina Obergföll (64,59), die 2011 wie Spiegelburg und der erst am kommenden Samstag in Shanghai in die Diamond League einsteigende Speerwurf-Weltmeister Matthias de Zordo 40.000 Dollar für den Gesamtsieg in der Königsklasse eingestrichen hatte.

Wenn Abakumowa und Spotakova bei den 14 Saisonmeetings diesmal häufiger am Start sind, wird es für Obergföll nichts mit dem erneuten Disziplinsieg. Schwach war Rang zehn mit 56,63 m für Europameistgerin Linda Stahl.

Kleinert gibt sich kämpferisch

Nadine Kleinert machte als Dritte mit 19,67 m deutlich, dass sie den Kampf um eine Olympiamedaille noch nicht aufgegeben hat. Die 36 Jahre alte Olympiazweite von 2004 erzielte immerhin die größte seit 2009, als sie in Berlin WM-Silber gewann.

Doch die siegreiche Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk (20,57) ist allenfalls von Neuseelands Olympiasiegerin Valerie Vili zu schlagen, die diesmal fehlte.

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