Olympiasieger Sebastian Brendel hat zum Start der Kanu-Weltmeisterschaften in Duisburg das deutsche Sportsystem heftig kritisiert.

"In Polen oder Ungarn werden Olympiasiegern Steuervorteile gewährt, bekommen sie außerdem ab dem 35. Lebensjahr eine monatliche Rente in Höhe von etwa 500 Euro zur Absicherung im Alter. Ein Doppel-Olympiasieger bekommt noch mehr. Warum ist das in Deutschland nicht machbar? Der deutsche Spitzensport würde davon sicher profitieren", sagte der 25-Jährige im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt".

Brendel gewann im vergangenen Jahr in London Gold im Canadier-Einer, vermarkten konnte er den Erfolg nicht. "Mir leuchtet es einfach nicht ein, warum da nichts passiert. Wir Kanuten stehen doch für ein sauberes Image, für permanente Erfolge, für Zuverlässigkeit, für Kraft, für Power", sagte Brendel und schob eine mögliche Begründung hinterher:

"Doch vielleicht sind wir zu seriös, zu anständig, zu brav. Es fehlen eben die polarisierenden Schlagzeilen. Scheiße zu bauen, nur um auf sich aufmerksam zu machen, wäre aber nicht mein Ding. Vielleicht sollte ich mal nackt paddeln."

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