Treffsicher und regelfest: Deutschlands Hockey-Herren haben sich bei ihren ersten Auftritten im neuen Olympia-Hockeystadion für die Spiele in London gleich medaillenreif gezeigt.

Dem 3:1 gegen Gastgeber Großbritannien zum Auftakt des Olympic Test Event ließ das Team von Bundestrainer Markus Weise am Donnerstag einen 3:2 (2:1)-Erfolg gegen Weltmeister Australien folgen.

Moritz Fürste (18.) und Florian Fuchs (30.) vom UHC Hamburg verwandelten den frühen Rückstand durch ein Tor von Russell Ford noch vor der Pause in eine 2:1-Führung.

Ecken-Spezialist Christopher Zeller von Rot-Weiß Köln ließ sich in der 66. Minute die Chance nicht entgehen, bei einer Strafecke gegen einen australischen Feldspieler im Tor das 3:1 zu erzielen. Die "Aussies" hatten kurz zuvor ihren Schlussmann für einen elften Feldspieler vom Platz geholt.

Das 3:2 durch Edward Ockenden in der Schlussminute war nur noch Ergebniskosmetik. Damit hat das deutsche Team schon vor der letzten Partie am Samstag gegen Indien den Einzug ins Finale am Sonntag vor Augen.

Hauptgesprächsthema in London war aber das 1:0 des Olympiasiegers im ersten Spiel gegen die Briten, das Florian Fuchs vom UHC Hamburg unmittelbar nach Beginn der zweiten Halbzeit erzielt hatte.

Denn gemäß einer neuen Regel gaben die Schiedsrichter den zweiten Durchgang frei, obwohl noch nicht alle britischen Spieler wieder auf dem Feld waren.

"Das ist ein typisches Hockey-Ding. Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere Sportarten auch so starten", gab selbst Weise nach dem fast gegenwehrlosen Führungstreffer zu:

"Das ist eine ziemlich krasse Regel, möglicherweise auf Drängen des Fernsehens, dass das Spiel beginnt, wenn der Countdown abgelaufen ist. Ich möchte nicht in der Position sein, bei Beginn des Spiels nicht elf Spieler auf dem Feld zu haben."

Mit der neuen Anweisung soll vermieden werden, dass eine Mannschaft die Halbzeitpause zu sehr ausdehnt.

"Es war ja nicht so, dass wir vier oder fünf Minuten zu spät waren, es waren nur 10 oder 15 Sekunden", lamentierte der britische Trainer Jason Lee: "Aber im Hockey läuft der Ball so schnell, dass man dann nicht mehr in Position kommen kann."

Die Briten hatten lediglich "sechs oder sieben Spieler auf dem Feld", wie Eckenspezialist Ashley Jackson meinte, dem am Ende lediglich noch der Ehrentreffer gelang, nachdem Zeller und Fürste die Führung auf 3:0 ausgebaut hatten.

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