Maximilian Müller wurde in London 2012 Olympiasieger © getty

Fürste nicht dabei, Leistungsträger angeschlagen - die deutschen Männer sind zwei Wochen vor der WM auf der Suche nach der Form.

Düsseldorf - Keine hängenden Köpfe, keine Frust-Reaktionen auf dem Spielfeld - die deutschen Hockey-Männer nahmen ihre allenfalls mäßige WM-Generalprobe in Düsseldorf gelassen hin.

14 Tage vor dem ersten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft in Den Haag (ab 31. Mai LIVE im TV auf SPORT1) gegen Südafrika sieht man im Lager des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) trotz der drei Spiele ohne Sieg beim Masters am Rhein offenbar keinen Grund zur Besorgnis (Alles zur Hockey-WM gibt es auch im Teletext auf den Seiten 184 - 199).

Leben mit Fragezeichen

"Die Ergebnisse bei so einem Turnier sind nicht mehr als Schall und Rauch. Man muss auch sehen, dass man hier mit einer körperlichen Vorbelastung gestartet ist", sagte etwa Kapitän Max Müller zu den Vorstellungen gegen Belgien (2:2), England (2:2) und die Niederlande (3:4).

Freilich waren die Gegner keine Laufkundschaft - immerhin liefen in Düsseldorf die besten vier Teams der vergangenen Europameisterschaft auf.

Doch Hoffnung auf WM-Gold 2014 nach dem Sieg bei den Olympischen Spielen 2012 und bei der EM 2013 machte das Vier-Nationen-Turnier auch nicht.

Mit zu vielen Fragezeichen müssen die erfolgsverwöhnten Deutschen derzeit leben.

Verzicht auf Fürste

Das zeigte sich auch bei der Nominierung des WM-Kaders, für die sich Bundestrainer Markus Weise unmittelbar nach Spielende gegen die Niederlande für mehrere Stunden mit seinen Co-Trainern zurückgezogen hatte.

In Moritz Fürste nominierte der 51-Jährige seinen wohl bekanntesten Spieler nicht - der Mittelfeldspieler hatte erst im März einen Kreuzbandriss erlitten. Im SPORT1-Interview hatte er noch auf eine Nominierung gehofft, und betont er via Twitter, nicht aufgeben zu wollen:

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Nicht im Vollbesitz der Kräfte

Zugleich setzt Weise aber auf mehrere Akteure, deren Vorbereitung ebenfalls nicht reibungslos verlief.

So musste Strafeckenspezialist Christopher Zeller sein Trainingspensum zuletzt wegen seines Jura-Examens deutlich reduzieren - in Düsseldorf bestritt er seine ersten Länderspiele seit Juli 2013.

Auch Kapitän Müller (nach Achillessehnen-Operation) oder Doppel-Olympiasieger Oliver Korn (nach Blinddarmdurchbruch) können nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sein.

Heimarbeit für den letzten Kick

Müller glaubt trotzdem, dass man sich für Den Haag um die Fitness im gesamten Kader "keine großen Gedanken machen" muss.

Allerdings kommen die WM-Fahrer erst vier Tage vor Turnierbeginn wieder zusammen.

Solange steht Heimarbeit an, "schnellkräftige Reize im Lauf- und Kraftbereich" sollen körperlich den letzten Kick geben.

Glauben an die Turniermannschaft

In den Tagen von Düsseldorf haperte es aber vor allem in der Spieleröffnung.

Hier könnten lediglich vier gemeinsame Trainingstage bis zum WM-Start zu wenig sein. SHOP: Jetzt Hockey-Artikel kaufen

Der Kapitän setzt in diesem Punkt auf die Geschichte: "Wir sind immer in der Lage, eine Entwicklung im Turnier hinzulegen."

Das Prinzip Hoffnung

Das klingt ein wenig nach dem Prinzip Hoffnung.

Dabei hatte Weise am Mittwoch zumindest mit Blick auf die Nominierung noch angekündigt, "nicht nach Prinzip Hoffnung" verfahren zu wollen.

Dennoch konnten die Olympiasieger in Düsseldorf den Eindruck nicht widerlegen, als würde die gesamte WM-Vorbereitung ein Stück weit auf diesem Prinzip basieren.

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