Nach zehn Monaten gab Christopher Zeller sein Comeback in der Nationalmannschaft © getty

Christoph Zeller überzeugt beim Comeback. Bis zum WM-Start Ende Mai haben Deutschlands Hockey-Herren aber noch viel Arbeit.

Düsseldorf - Zehn lange Monate hatte Christopher Zeller nicht mehr das Trikot der Hockey-Nationalmannschaft getragen.

Beim Comeback-Spiel des Doppel-Olympiasiegers nach Examens-Auszeit war aber alles wie immer: Strafecke für Deutschland, Spezialist Zeller wird in Stellung gebracht und trifft eiskalt unter das Tordach. Business as usual.

"Christopher schießt nach wie vor die beste Strafecke im Team", hatte Bundestrainer Markus Weise bereits am Tag vor dem Auftaktspiel der WM-Generalprobe in Düsseldorf verkündet: "Er hat seine WM-Nominierung noch nicht sicher, aber er hat gute Karten."

Ohne Fürste und Hauke

Gut möglich, dass Zeller (29) mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Belgien in der Neuauflage des EM-Finals von 2013 das Ticket für die Weltmeisterschaft in Den Haag (ab 31. Mai LIVE im TV auf SPORT1) bereits gelöst hat.

Das Spiel gegen die aggressiven und hervorragend organisierten "roten Teufel" zeigte nämlich, dass Olympiasieger und Europameister Deutschland in der aktuellen Phase der WM-Vorbereitung auf Standardsituationen besonders angewiesen ist.

Aus dem Spiel ging wenig, was nicht zuletzt am Fehlen der Mittelfeldachse Moritz Fürste (Formaufbau nach Kreuzbandriss) und Tobias Hauke (vor Rückkehr ins Training nach Stirnbeinverletzung) gelegen haben dürfte.

Jacobi starker Rückhalt

Umso wichtiger war die Rückkehr von Zeller, der sich selbst zurück im Kreis der Mannschaft "sehr wohl" fühlte, auch wenn er im eigenen Spiel "noch einige Schwierigkeiten" ausmachte.

Sein Chef attestierte dem gebürtigen Münchener dagegen bereits, "schon sehr gut gespielt" zu haben.

Was auf Zeller zutraf, darf nicht minder für Torhüter Nicolas Jacobi gelten. Der 27-Jährige rettete das Team mit rund einem Dutzend Glanzparaden vor einer Niederlage gegen den kleinen Nachbarn: "Nico hat sehr gut gehalten. Seinen Nummer-eins-Status hat er damit sicherlich untermauert", lobte der Bundestrainer.

Noch weiter Weg zum Triple

Allerdings schob der 51-Jährige durchaus kritisch nach: "Wir haben durch unsere Defensivleistung überhaupt erst zugelassen, dass der Torwart ein super Spiel machen konnte."

Es ist also noch ein weiter Weg, um Olympia- und EM-Gold bei der WM zum Triple aufzuwerten.

Nächster Härtetest ist am Samstag der Olympia- und WM-Vierte England. Weise warnt bereits: "Das ist eine physisch sehr starke Mannschaft, die gut ausgebildet ist."

Es sieht ganz so aus, als bekämen noch weitere Spieler neben Zeller und Jacobi die Chance, sich auszuzeichnen.

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