Deutschlands Hockey-Frauen holten gegen England ihren zweiten EM-Titel © getty

Nach dem EM-Triumph lassen es die Hockey-Frauen krachen. "Es ist alles gerade wie im Rausch", sagt Titelheldin Kim Platten.

Boom - Die Spielerinnnen um Shootout-Heldin Kim Platten feierten im "Noxx" von Antwerpen bis sechs Uhr morgens eine wilde Party, Jamilon Mülders zog sich derweil dezent zurück.

Mannschaft und Trainer genossen den EM-Triumph auf ihre eigene Weise, nachdem die deutsche Nationalmannschaft bei der Hockey-Europameisterschaft im belgischen Boom den zweiten Titel nach 2007 in Manchester geholt hatte (Bericht).

"Es ist alles gerade wie im Rausch. Das dauert noch ein bisschen, bis man wirklich im Kopf hat, wir sind Europameister geworden. Das klingt auf jeden Fall schon mal sehr gut, wenn man das sagt," sagte Torhüterin Platten, die mit ihren Glanzparaden im Penaltyschießen ihrem Team das EM-Gold bescherte.

Nach regulärer Spielzeit hatte es im Endspiel gegen den Olympiadritten England 4:4 (4:3) gestanden, Deutschland gewann im Shootout 2:0 (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM).

Angeschlagenes Schiff flott gemacht

Gleich vier englische Spielerinnenn scheiterten an Platten, dafür gab es von ihrem Trainer viel Lob.

"Sie ist im Penaltyschießen herausragend, das ist eine ihrer Stärken. Kim Platten hat uns den Titel bei der EM geholt", sagt Mülders, der schon nach der Hälfte des Jahres das Saisonziel mehr als erfüllt hat.

Vor acht Monaten hatte Mülders, der zuvor die U21 der Männer trainiert hatte, bei seiner Vorstellung als neuer Frauen-Chefcoach noch gesagt: "Wir haben ein angeschlagenes Schiff, das man wieder flott machen muss".

Und genau das hat der 37-Jährige getan, schneller, als viele es erwartet hatten.

Erfolge binnen kürzester Zeit

Das deutlich verjüngte Team wirkte im Vergleich zu der Zeit unter Ex-Trainer Michael Beermann schwungvoller und trat selbstbewusster auf.

Um erfahrene Kräfte wie Spielführerin Julia Müller, Defensivspezialistin Tina Bachmann, Maike Stöckel, Janne Müller-Wieland und Eileen Hoffman baute Mülders ein schlagkräftiges Team zusammen.

Die neu formierte Mannschaft qualifizierte sich mit dem Sieg beim Drittrunden-Turnier der World League für die WM 2014 in Den Haag und holte nur wenige Wochen später nun auch WM-Gold.

"Was die Männer können, haben wir auch gezeigt"

Routinier Bachmann, die auch noch zur besten Spielerin des Turniers gewählt wurde, erklärte den Einfluss ihres neuen Trainers:

"Natürlich hat er einen großen Anteil an dem Erfolg. Da kommt frischer Wind rein in so eine Mannschaft. Und wenn man einmal Erfolg hat, dann geht das so ein bisschen automatisch."

Für Mülders war das Wichtigste an diesem Sieg, dass sich seine Mannschaft auch nach zwei Rückstanden nicht hatte hängen lassen: "Entscheidend ist, dass meine Mädels erkannt haben, dass man immer weiterspielen muss. Was die Männer schon seit Jahrzehnten können, haben wir hier auch gezeigt."

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