Moritz Fürste gewann mit der Hockey-Nationalmannschaft zwei mal Olympisches Gold
Moritz Fürste war bereits bei den Olympiasiegen 2008 und 2012 dabei © imago

Einen Tag nach den Frauen erreichen auch die Männer des DHB die Vorschlussrunde. Tschechien ist nur ein Sparringspartner.

Boom - Nach dem Einzug der deutschen Hockey-Herren ins EM-Halbfinale gab sich Moritz Fürste gelassen.

"Wir sind jetzt im Halbfinale und wollen noch zwei Spiele gewinnen, ob wir Holland oder sonst irgendjemanden schlagen müssen, ist völlig egal", sagte der Kapitän nach dem souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg des Olympiasiegers im belgischen Boom gegen Tschechien.

In der Runde der letzten Vier trifft der Rekordchampion auf den Erzrivalen aus den Niederlanden. (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM)

Weise atmet auf

Nach dem holprigen Start in die EM mit der bitteren Auftaktniederlage gegen den Gastgeber ist Bundestrainer Markus Weise froh, dass das Turnier nun neu beginnen kann.

"Letztendlich ist es egal, ob das Spiel 3:0 oder 7:1 ausgeht. Jetzt sind wir im Halbfinale und darüber freuen wir uns und alles andere ist erstmal egal," so Weise.

Vollkommen unwichtig war das Ergebnis gegen Außenseiter Tschechien allerdings nicht. Nur bei einem Sieg mit zwei Toren Unterschied war die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) nicht auf Schützenhilfe angewiesen, sondern zog aus eigener Kraft in die Runde der letzten Vier ein.

"Turnier geht jetzt neu los"

Die Mannschaft um Spielführer Fürste ließ sich durch den gestiegenen Druck nicht aus der Ruhe bringen, schließlich war eine deutsche Mannschaft bisher noch nie in der Vorrunde gescheitert.

"Es ist nichts Überraschendes passiert. Wir haben vorher nicht erwartet, dass wir hier durchmarschieren. Dass es gegen Belgien schwer wird, wussten wir auch schon vorher", sagt Fürste und blickt nach vorn: "Jetzt geht das Turnier neu los und wir werden alles geben."

Gegen die Tschechen ging das DHB-Team von Beginn an ein hohes Tempo und erarbeitete sich gleich einige hochkarätige Chancen. Doch der tschechische Torhüter Filip Neusser ärgerte die deutsche Offensive ein ums andere Mal.

Erst in der elften Minute schaffte es der Favorit, den Ball durch Mats Grambusch im tschechischen Tor unterzubringen.

Frühe Entscheidung

Das 1:0 reichte aber nicht, um sicher für das Halbfinale planen zu können. Der hervorragend aufgelegte Neusser vereitelte allerdings eine gute hochkarätige Möglichkeit nach der nächsten.

Erst in der 27. Minute überwand Oskar Deeke den ehemaligen Bundesliga-Keeper erneut. In der zweiten Halbzeit setzten die Tschechen zunächst ein paar Akzente, bevor Marco Miltkau (42.) mit einem wuchtigen Schlag durch die Beine des tschechischen Schlussmanns alles klar machte.

Serie geht weiter

Die weiteren vergeblichen Angriffsbemühungen seiner Mannschaft, die aus insgesamt sieben Strafecken nichts Zählbares herausholte, musste Markus Weise aus der Ferne verfolgen. Der Schiedsrichter hatte ihn in der Schlussphase der Partie auf die Tribüne geschickt.

Mit dem Einzug in die Runde der letzten Vier liegen die Hockey-Männer auf Medaillenkurs. Deutschland holte seit der ersten EM-Austragung 1970 bis auf 2007 in Manchester immer eine Medaille.

Insgesamt waren es sieben Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen. Nun gilt es, die Schwierigkeiten im Abschluss zu minimieren, denn um im nächsten Spiel zu bestehen, muss die Mannschaft ans Limit gehen.

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