Deutschland bei einer EM nur 1987 in London keine Medaille © getty

Die Hockey-Frauen treffen gegen Spanien sehr spät, ziehen als Gruppensieger in die Finalrunde ein und gehen Oranje aus dem Weg.

Boom - Halbfinalticket gebucht, Minimalziel erreicht: Die deutschen Frauen haben bei der EM in Boom/Belgien auch ihr drittes und letztes Vorrundenspiel gewonnen.

Durch das 2:0 (0:0) gegen Spanien feierte die Mannschaft von Bundestrainer Jamilon Mülders den Gruppensieg und geht damit Olympiasieger Niederlande aus dem Weg.

"Es ist nicht wichtig, gegen wen wir als nächstes spielen. Wir machen unseren Job. Und wenn wir ihn gut machen, gewinnen wir", sagt Mülders selbstbewusst.

In der Runde der letzten Vier bekommen es die "Danas" mit Belgien zu tun, die in der Gruppe A um den zweiten Platz belegten. (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM)

"In der ersten Halbzeit haben uns die Ideen gefehlt, in der zweiten Hälfte waren wir viel besser. Wir sind immer noch ungeschlagen, jetzt kann das Turnier wieder von vorne losgehen", sagte Mülders.

Und Spielführerin Julia Müller ergänzte: "Wir haben immer daran geglaubt, dass das Tor noch fällt. Am Ende der ersten Halbzeit haben wir versucht, mit der Brechstange reinzuballern und zu hoffen, dass da noch ein Stecher reinfliegt. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht und Geduld gehabt."

Hoffmann bricht den Bann

Eileen Hoffmann erzielte nach der zweiten Strafecke des Spiels in der 66. Minute die erlösende Führung für die deutsche Auswahl, die die Partie bis dahin klar dominiert hatte, ihre Überlegenheit aber bis zum 1:0 nicht nutzen konnten.

In den letzten Sekunden schlug Marie Mävers (70.) mit einer weiteren Strafecke zu.

Guter Beginn

Die Deutschen begannen mit viel Schwung und erspielten sich in den ersten zehn Minuten einige Möglichkeiten. Allerdings fehlte die letzte Präzision im Abschluss. Nach zehn Minuten kamen die Spanierinnen etwas besser in die Begegnung und konnten den ein oder anderen schnellen Konter setzen.

Allerdings schaffte es das Team von Trainer Adrian Lock kaum in den Kreis und erspielte sich keine einzige richtige Torchance.

Die Mannschaft tat sich dennoch schwer mit den tief stehenden Spanierinnen, auch Müller verpasste zweimal das Tor von Maria Lopez de Eguilaz.

Schlechte Chancenverwertung

Vor dem Halbzeitpfiff erarbeitete sich Deutschland nur eine einzige Strafecke und konnte aus der drückenden Überlegenheit und den vielen Chancen noch kein Kapital schlagen.

Nach der Pause dauerte es ein bisschen, bis die Deutschen wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgten, in der 42. Minute scheiterte Nina Hasselmann knapp.

Auch Hannah Gablac (46.) und Maike Stöckel (46.) nutzten zwei hervorragende Gelegenheiten nicht. In der 51. Minute wehrte Lopez de Eguilaz einen Schlag von Gablac (51.) mit dem Fuss ab.

Besser als befürchtet

Das nach Olympia 2012 stark verjüngte Team von Mülders greift nun nach der insgesamt elften EM-Medaille. Dabei hatte es vor Beginn der EM durchaus Anlass zu Sorgenfalten auf der Stirn von Mülders gegeben.

Nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2014 in Den Haag und dem Sieg über Olympiasieger Niederlande im Finale des Drittrundenturniers der World League folgten in der Vorbereitung zwei bittere Klatschen gegen das Oranje-Team.

Doch Mülders schaffte es, die Probleme zu minimieren und sein Team wieder zu verbessern.

Wenn die Mannschaft nun auch noch die Abschlussschwäche, die sie in den Begegnungen mit Schottland und Spanien zeigte, in den Griff bekommt, könnte dem DHB-Team in Boom vielleicht der große Wurf gelingen, Titelverteidiger Niederlande vom Thron zu stoßen.

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