Bundestrainer Markus Weise hofft auf den zehnten Triumph bei der Champions Trophy
Bundestrainer Markus Weise führte Deutschland bei den Olympischen Spielen 2012 zur Goldmedaille © getty

Der Bundestrainer ist in Boom zum Testen gezwungen. Trotz Problemen begrüßt er die Chance mit Blick auf anstehende Highlights.

Boom - Bundestrainer Markus Weise ist ein weiser Mann mit Weitblick.

Da seine Mannschaft sich bei der World League im Juli in Malaysia schon das Ticket zur Weltmeisterschaft 2014 nach Den Haag gesichert hat, nutzt er das EM-Championat auch zum Testen.

Durch den Ausfall von Kapitän Max Müller (Achillessehnen-Operation) und den Verzicht von Toptorjäger Christopher Zeller (Studium) war er vor der EURO ohnehin zu Umstellungen auf entscheidenden Positionen gezwungen.

"Zwei Schlüsselspieler", sagte Weise über Abwehrchef Müller und Stürmerstar Zeller, der zudem Strafecken-Spezialist ist. (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM)

Chance nutzen statt jammern

"Natürlich könnte man nun schrecklich jammern - oder man ergreift die Chance und schaut, was talentierte Spieler, die dahinter stehen, aus ihren Möglichkeiten machen", betonte der Bundestrainer.

Da nach dem Olympiasieg 2012 in London Stammtorhüter Max Weinhold, die Abwehrspieler Philipp Zeller und Timo Wess sowie Stürmer Matthias Witthaus aufgehört haben, fehlen ihm in Boom inklusive Müller und Christoph Zeller nun gar sechs "Goldjungs".

Bei einem derart tiefen Schnitt sind Probleme wie zum EM-Start gegen den starken Gastgeber Belgien (1:2) oder eine Halbzeit gegen Spanien (6:3 nach 1:2) programmiert.

Weise lobt Befreiung

Gegen Spanien machte dem Team der Druck zu schaffen. "Bei einer Niederlage wären wir raus gewesen und das hat man auch gemerkt", berichtete Weise bei SPORT1.fm.: "Davon mussten wir uns erst befreien."

Das gelang Deutschland nach der Pause und dafür gabs ein Lob vom Bundestrainer: "In der Halbzeit gab es nicht viel zu besprechen. Die Jungs haben noch kurz einen Kreis gemacht und sich dann in Scheißegal-Haltung die zweite Halbzeit vorgeknöpft. Das war die Befreiung."

Weise fügte an: "Man hat schon in den ersten Minuten gemerkt, dass die Körpersprache anders ist. Dann hat die Mannschaft gemäß ihres Potenzials gespielt und sich durchgesetzt."

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Testen für WM und Olympia

"Um das wahre Leistungsvermögen richtig beurteilen zu können, muss man nachdrängende Akteure auch unter schwierigen Wettkampfbedingungen testen", weiß Weise.

Deshalb kann es schon mal sein, dass beim bewussten Experimentieren das Ergebnis nicht stimmt - der spätere Ertrag dann aber sehr wohl.

Immerhin sind die meisten Akteure des aktuellen EM-Kaders zwischen 20 und 25 Jahre - also fast im besten Hockey-Alter. Und aus diesem Reservoir will er bei den übergeordneten Zielen WM 2014 und Olympia 2016 in Rio schöpfen.

14. Halbfinale in Reichweite

Auch wenn es aktuell hier und da noch an Erfahrung mangelt, für Kapitän Moritz Fürste und Co. sollte es nach der Tor-Gala gegen Spanien zumindest für die 14. Halbfinal-Qualifikation im 14. Anlauf reichen.

Denn hinter dem zweimal siegreichen Gastgeber Belgien (6 Punkte) liegen Spanien und Deutschland (3/beide +2 Tore) gleichauf.

Jetzt gegen Tschechien

Titelverteidiger Deutschland spielt am Mittwoch (16 Uhr) gegen Außenseiter Tschechien, der bereits gegen die anschließend aufeinandertreffenden Teams Spanien (1:6) und Belgien (0:4) zweimal klar verlor.

Mit dem erwarteten Schützenfest sollte es für Weises Mannen zumindest über das Torverhältnis zum Weiterkommen langen.

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