Moritz Fürste (2. v. l.) und sein Team dürfen weiter vom EM-Titel träumen © getty

Dank starker 2. Halbzeit gegen Spanien bleiben die Deutschen im Rennen. Der Druck bleibt aber hoch, ein weiterer Sieg ist Pflicht.

Boom - Die großen Jubelarien blieben aus: Mit dem am Ende souveränen 6:3 (1:2)-Sieg gegen Spanien hat Hockey-Olympiasieger Deutschland bei den Europameisterschaften im belgischen Boom noch nichts gewonnen. Zumindest das historische Aus in der Vorrunde wendete die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise aber erst einmal ab.

"So eine Situation kannten wir noch gar nicht, dass wir raus sind, wenn wir das zweite Spiel verlieren. In der zweiten Halbzeit habe ich dann das gewisse Fünkchen gespürt, da war so eine Jetzt-oder-nie-Stimmung", sagte Kapitän Moritz Fürste. (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM)

Erst die ruhige Analyse der wenigen Schwächen während der Halbzeitpause brachte die Wende, ein Donnerwetter war allerdings nicht nötig.

Lob von Weise

"Wir haben in der ersten Hälfte schon gut gespielt, aber wir mussten noch besser werden", sagte Weise: "Die Jungs haben die Herausforderung gut angenommen und besonders in der zweiten Halbzeit eine gute Leistung gezeigt."

Der Titelverteidiger war durch Thilo Stralkowski (18., Strafecke) in Führung gegangen, hatte dann aber ein wenig den Faden verloren. Das drohende Aus schien in den Köpfen der Spieler zunehmend eine Rolle zu spielen. "Da war schon etwas Druck da, das hat man auch an den Gesichtern der Spieler gesehen", sagte Fürste.

Der Ausgleich durch Pau Quemada (16.) und ein Eigentor durch Torhüter Nicolas Jacobi (28.) stärkten den Weltranglistensechsten Spanien unnötig. Deutschland tat sich ein wenig schwer, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden.

DHB-Team dreht nach der Pause auf

Die Spieler wirkten frustriert, Torschütze Stralkowski holte sich rund vier Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit auch noch eine Gelbe Karte ab und musste für fünf Minuten vom Platz.

Erst in Hälfte zwei drehte der Rekordchampion auf und wahrte durch Treffer von Stralkowski (48.), Moritz Fürste (46.), Christopher Wesley (53.), Martin Zwicker (54.) und Oliver Korn (64. ) die Chance auf das achte EM-Gold. "Ich bin heute super, super happy, besonders die zweite Halbzeit hat mega Spaß gemacht", sagte Fürste.

Bisher zeigten Fürste und Co. bei der EM eine etwas holprige Leistung, lediglich in der zweiten Halbzeit gegen Spanien präsentierte sich der Goldmedaillengewinner von London in gewohnter Manier.

Sieg gegen Tschechien Pflicht

Ramon Alegre, Spielführer der Spanier, brachte es auf den Punkt: "Wenn die Deutschen so spielen, ist ein Sieg gegen sie für uns wie 'Mission impossible'. Wir waren in Unterzahl und dann hat Deutschland den Ball richtig schnell bewegt, da hatten wir keine Chance. Das war der Knackpunkt."

Das Weise-Team hat in der Gruppe A nach der überraschenden Auftaktniederlage gegen Gastgeber Belgien (1:2) nun drei Zähler auf dem Konto und liegt hinter den punktgleichen Spaniern auf dem dritten Platz.

Tabellenführer ist Gastgeber Belgien (6) nach einem klaren 4:0 über Außenseiter Tschechien (0). Ein Sieg am letzten Vorrundenspieltag gegen den Tabellenletzten ist für die DHB-Auswahl am Mittwoch Pflicht, um ins Halbfinale einzuziehen. Nur die beiden Erstplatzierten der beiden Vierergruppen qualifizieren sich für die Runde der letzten Vier.

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