Thilo Stralkowski gewann bei Olympia 2012 Gold mit der deutschen Nationalmannschaft © getty

Die Hockey-Männer scheitern zum EM-Auftakt an Gastgeber Belgien. Die DHB-Frauen zittern sich gegen Schottland hingegen zum Sieg.

Boom - Die deutschen Hockey-Männer haben schon zum EM-Auftakt gepatzt, die Frauen nach einer Zitterpartie zumindest den ersten Sieg eingefahren.

Während der Olympiasieger und Titelverteidiger in Boom bei Antwerpen überraschend mit 1:2 (1:2) gegen Gastgeber Belgien unterlag, kam die Frauen-Auswahl zu einem mühsamen 1:0 (1:0) gegen Schottland.

"Aufregendes Auftaktspiel"

Mats Grambusch (6.) hatte den Olympiasieger vor fast ausverkaufter Kulisse am Samstagabend in Führung gebracht, doch Belgien drehte durch Tom Boon (12./15., beide Strafecken) die Partie.

"Wir haben ein aufregendes Auftaktspiel erlebt, Belgien hat den Heimvorteil optimal genutzt. Sie haben das Spiel in der ersten Halbzeit gewonnen, die zweite Halbzeit war ausgeglichen", sagte Weise. (SERVICE: Ergebnisse und Tabellen der Hockey-EM)

Starker Beginn

Unter den Augen von Belgiens König Philippe und seinem jüngeren Sohn sorgte Deutschland anfangs für Gefahr vor dem gegnerischen Tor und ließ sich auch nicht durch die beeindruckende Kulisse im Braxgata Hockey Klub beeinflussen.

In der sechsten Minute überwand Grambusch nach schönem Zuspiel von Benedikt Fürk den belgischen Torhüter Vincent Vanash zur Führung. Doch in der Folgezeit offenbarte der Rekordchampion Schwächen in der Defensive und kassierte nach dem Ausgleich durch Boon nur drei Minuten später das 1:2.

Probleme in der Offensive

Das Team um Kapitän Moritz Fürste konnte sich bei Keeper Nicolas Jacobi bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Belgien spielte vor heimischer Kulisse wie entfesselt, der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) fiel gerade auf dem Weg nach vorn wenig ein.

Zwar konnte Belgien aus weiteren Strafecken nicht wie zuvor Kapital schlagen, trotzdem gelang es dem Team von Bundestrainer Markus Weise nicht, sich entscheidend zu befreien. Bereits in der Vorbereitung hatte das Weise-Team eine bittere 2:5-Klatsche gegen den Weltranglisten-Neunten kassiert.

Auf dem Weg zum achten EM-Gold steht Rekordchampion Deutschland gegen den Olympiasechsten Spanien am Montag (14 Uhr) bereits unter Druck. Zum Abschluss der Vorrunde wartet Außenseiter Tschechien.

Eigentor bringt den Sieg

Die deutschen Frauen hatten sich zuvor mit Ach und Krach durchgesetzt. Der einzige Treffer der Partie fiel durch ein Eigentor von Susan McGilveray (20.). Der scharf geschlagene Ball von Lydia Haase hatte noch den Schläger der Schottin berührt.

"Das war nur der erste Schritt, mehr nicht. Wir haben drei Punkte. Ich bin mir sehr sicher, dass das Ranking in der Gruppe nicht über die Tordifferenz, sondern über die Punkte bestimmt wird. Deswegen ist alles gut", sagte Mülders, der insgesamt zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft war.

Platten ein starker Rückhalt

In der Tabelle liegen die Deutschen nach dem ersten Spieltag auf dem zweiten Platz hinter England.

Das Mülders-Team erarbeitete sich viele hochkarätige Chancen, doch gelang es nicht, den Ball mehrfach im Tor von Nicki Cochrane unterzubringen. Auf der anderen Seite konnte sich die DHB-Auswahl bei Keeperin Kim Platten bedanken, die gleich mehrere Großchancen der Schottinnen vereitelte.

Strafecken bleiben ungenutzt

Der Bundestrainer hatte sein Team gut auf den unangenehmen Gegner eingestellt. Der Weltranglisten-Fünfte machte von Anfang an Druck und ließ den Schottinnen nicht viel Raum zu eigenen Angriffen.

Bereits in der ersten Spielminute belohnten sich die Deutschen mit der ersten Strafecke, konnten Cochrane aber nicht überwinden.

Noch zwei weitere Strafecken ließ die DHB-Auswahl ungenutzt verstreichen, bevor Haase einen halbhohen Ball von Lea Stöckel mit einem Umweg über McGilveray ins gegnerische Tor verlängerte.

Schwere Aufgaben

In der Vorrunde bekommt es Deutschland in der Gruppe B noch mit dem Olympiadritten England und Spanien zu tun. Nur die beiden Gruppenersten der zwei Vierergruppen qualifizieren sich für das Halbfinale.

Im Gegensatz zu den Vorjahren geht es in Boom nicht um die Qualifikation zur WM, die 2014 in Den Haag stattfindet. Das WM-Ticket haben beide deutschen Mannschaften bereits durch den Sieg beim Drittrundenturnier der World League in der Tasche.

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