In der Diskussion um eine Reform der Zeitspiel-Regel im Handball hat Bob Hanning einen Testlauf vorgeschlagen. Der neue Vizepräsident des Deutschen Handballbundes kann sich vorstellen, eine Angriffsuhr wie beim Basketball in der Jugend-Bundesliga zu testen.

"Dort könnte man schauen, ob so eine Regel tatsächlich eine Verbesserung darstellt und ein Gewinn für die Sportart ist", sagte Hanning. Dieses Thema gehöre in die Regelgremien des Handball-Weltverbandes IHF.

"Wir müssen für Neuerungen offen sein", sagte Hanning, der auch Geschäftsführer der Füchse Berlin ist: "Ein persönliches Urteil dazu habe ich mir allerdings noch nicht gebildet."

Zuletzt hatten sich die Bundesligatrainer Gudmundur Gudmundsson (Rhein-Neckar Löwen) und Alfred Gislason (THW Kiel) für eine Shot-Clock wie in anderen Sportarten eingesetzt.

"Im Basketball hat jede Mannschaft 24 Sekunden Zeit für einen Angriff. Alle wissen das. Die Schiedsrichter, die Spieler, die Trainer, die Zuschauer. Das ist eine gute Lösung", sagte Gudmundsson.

THW-Coach Gislason schlägt in den "Kieler Nachrichten" vor, dass jeder Angriff nur maximal 35 Sekunden dauern darf. Bislang liegt es beim Handball im Ermessensspielraum der Schiedsrichter, wann sie Zeitspiel anzeigen.

Auch die Unparteiischen plädieren für eine Reform der aktuellen Statuten. "Das Regelwerk ist nicht glücklich", sagte DHB-Schiedrichterwart Peter Rauchfuß kürzlich. Der Chef der deutschen Schiedsrichter fordert die IHF und die Europäische Handball-Föderation auf, die Statuten zu modernisieren und anzupassen.

"Die großen Verbände müssen sich Gedanken machen. So wie heute Handball gespielt wird, sind unsere Regeln nicht mehr angemessen. Je kleiner der Ermessensspielraum, desto besser", sagte Rauchfuß und kritisierte damit vor allem die Auslegung des passiven Spiels.

SERVICE: Alles zum Handball

Weiterlesen