Knapp drei Wochen vor Beginn der neuen Bundesliga-Saison hat Ex-Nationalspieler und SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar dem deutschen Handball ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

"Die Nationalmannschaft steckt in der größten Krise seit der deutschen Wiedervereinigung. Momentan ist alles negativ behaftet", sagte Kretzschmar in einem Doppel-Interview mit Frank Rost, neuer Geschäftsführer des HSV Hamburg, im Bundesliga-Sonderheft der "Sport Bild".

Kretzschmar erklärte: "Der Deutsche Handball-Bund hat 850.000 Mitglieder. Doch der wird geführt, als ob es ein privates Scharmützel auszutragen gilt. Denen ist die Verantwortung gar nicht bewusst, dass da 850.000 Mitglieder hinter stehen"

Rost wies indes die Spekulationen um HSV-Trainer Martin Schwalb als Nachfolger für den in der Kritik stehenden Bundestrainer Martin Heuberger zurück: "Wenn es nicht läuft, dann muss man sich gefallen lassen, infrage gestellt zu werden. Das gilt auch für Bundestrainer. Aber Martin Schwalb hat einen Vertrag bei uns. Wir sind stolz, dass er da ist. Martin Schwalb bleibt bei uns und wird auch nicht im Nebenjob Bundestrainer."

Für die neue Saison 2013/2014 glaubt der frühere 218-malige Nationalspieler Kretzschmar unterdessen nicht an eine Titelverteidigung des deutschen Meisters und Pokalsiegers THW Kiel.

"Mein Top-Favorit ist Flensburg, das ist die homogenste Mannschaft, die gut verstärkt wurde", erkärte Kretzschmar: "Der Aderlass bei Kiel ist zu groß, diese Saison wird die größte Herausforderung für den THW in den letzten zehn, 15 Jahren. Die THW-Transfers haben mich gewundert."

Die DKB Handball-Bundesliga startet am 24. August in die neue Saison. Zum Auftakt trifft unter anderem Rekordmeister Kiel auf den Bergischen HC.

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