Der Rechtsstreit zwischen Nationalspieler Holger Glandorf (SG Flensburg-Handewitt) und Dr. Detlev Brandecker, dem Arzt des Deutschen Handball Bundes, ist beigelegt.

In einer Güteverhandlung vor dem Landgericht Flensburg einigten sich die Parteien am Montag auf die Zahlung einer Summe, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. Der Streitwert betrug 480 000 Euro, die Einigung fiel wohl deutlich niedriger aus.

Das sehr offen und konstruktiv geprägte Vergleichsgespräch führte nach beiderseitigem Nachgeben und Kompromissbereitschaft zur gütlichen Beilegung des Rechtsstreites. Ein wichtiger Bestandteil war dabei auch das Verhältnis aller Beteiligten zueinander im Sinne des Handballsports. Hierin eingeschlossen sei auch das Verhältnis der SG in Bezug auf den DHB, teilten die Flensburger mit.

Glandorf zeigte sich nach der Verhandlung überaus zufrieden: "Ich kann mit dem Ausgang gut leben und bin froh, dass ich mich endlich wieder auf das Handballspielen konzentrieren kann. In Hinblick auf meine Nationalmannschaftsambitionen können sich alle Verantwortlichen wieder unbefangen in die Augen schauen."

Und SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke sagte: "Bei diesem Rechtsstreit ging es in erster Linie um die Belange von Holger. Aber auch in Hinblick auf die Ansprüche der SG, bin ich mit der gütliche Einigung sehr zufrieden. Nun können sich alle Beteiligten wieder auf das Wesentliche - den Handballsport - konzentrieren."

Glandorf musste nach einer vom DHB-Arzt verabreichten Spritze im April 2012 mehrfach wegen einer Ferseninfektion operiert werden.

Dem Arzt war vorgeworfen worden, den Patienten nicht korrekt aufgeklärt zu haben. Der Linkshänder hatte zwischenzeitlich sogar um seine Karriere gebangt. Die bakterielle Entzündung im Fuß hätte gar zur Amputation führen können, behauptete Glandorfs Anwalt Olaf Matlach.

Mittlerweile ist der 29-Jährige wieder genesen, voll im Flensburger Spielbetrieb integriert und will künftig auch wieder für das Team von Bundestrainer Martin Heuberger spielen.

Laut der Richterin sei es möglich, dass Behandlungen im Spitzensport eine formale Einwilligung des Patienten nicht erforderten. Brandecker war sichtlich erleichtert.

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