Susann Müller hat in 61 Spielen für das DHB-Team 158 Tore erzielt © getty

Susann Müller freut sich bei SPORT1 über Kretzschmars spezielles Kompliment - und blickt optimistisch auf das Viertelfinale.

Novi Sad/München - Die spielfreien Tage waren ein Segen für Susann Müller.

Nach sechs siegreichen Spielen in neun Tagen bei der Handball-WM in Serbien brauchte das Knie Ruhe.

"Letztes Jahr konnte ich deswegen nicht zur EM, das hat mir immer mal wieder zu schaffen gemacht", berichtet sie bei SPORT1.fm: "Die zwei freien Tage waren da wichtig."

Aber am Mittwoch, im Viertelfinale gegen Dänemark (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVE-TICKER), soll es wieder müllern.

Angst und Schrecken

Mit 50 Toren in sechs Spielen verbreitete die 25 Jahre alte Rückraumspielerin bislang Angst und Schrecken bei den Gegnern.

Damit ist sie die erfolgreichste Werferin im bisherigen Turnierverlauf ? in einer bislang makellosen Mannschaft (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Kein Wunder, dass Müller da vom ganz großen Coup träumt: "In dem Flow, in dem wir uns gerade befinden, können wir jeden schlagen."

Das komplette SPORT1.fm-Interview mit Susann Müller:

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"So eine Spielerin brauchst du"

Müller weiß, wovon sie spricht. Trotz ihres Alters hat sie schon reichlich Erfahrung gesammelt.

Die 1,86 m große Rückraumspielerin hat schon Meisterschaften in Deutschland, Dänemark und Slowenien gewonnen.

Bundestrainer Heine Jensen ist deshalb überglücklich, auch in kritischen Situationen auf Müller bauen zu können: "So eine Spielerin brauchst du, die alles trifft und auch unmögliche Bälle reinmacht." Eine Leitfigur wie Müller hat der Däne zuletzt schmerzlich vermisst.

Fünf Tore gegen Angola

Beim WM-Vorrundenaus 2011 und bei der EM 2012 fehlte die Leipzigerin verletzt.

Sie kehrte aber stärker denn je in den Kreis der DHB-Auswahl zurück.

Im Achtelfinale gegen Angola hielt sie sich zwar mit "nur" fünf Toren etwas zurück, dafür glänzte sie als Anspielerin.

Medaille greifbar

Wenn Müller so weitermacht, ist die erste deutsche Medaille bei einem Großereignis seit WM-Bronze 2007 greifbar.

Mit Dänemark hat Müller zudem gute Erfahrungen gemacht. Vor fünf Jahren wurde sie durch einen Finalsieg gegen die Däninnen mit dem deutschen Nachwuchs U20-Weltmeisterin.

Müller steuerte damals im Endspiel als beste Werferin sieben Tore bei.

"Fast wie ein Mann"

Ihre bisherigen WM-Auftritte lassen auch Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar schwärmen.

"Sie spielt mit ihren herausragenden athletischen und technischen Fähigkeiten fast wie ein Mann", schrieb Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne (Kretzsche warnt: Es wird brutal!). Müller könnte "problemlos im Männerhandball mitspielen".

Müller nimmt es "als großes Kompliment an - auch wenn das natürlich nie stattfinden wird."

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