Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen wurde 1993 Weltmeister © getty

Nach dem Ungarn-Sieg träumt das DHB-Team von einer Medaille. Im Achtelfinale wartet Angola. Danach droht ein Hammerlos.

Novi Sad - Nach der makellosen Vorrundenbilanz ist der Erfolgshunger der deutschen Handballerinnen noch lange nicht gestillt.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir mit dieser jungen Mannschaft fünf Spiele gewonnen haben, aber jetzt geht es am Sonntag bei Null los", sagt Bundestrainer Heine Jensen vor dem WM-Achtelfinale gegen Außenseiter Angola (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Althaus: "Wir sind hungrig"

Mit dem Einzug in die K.o-Phase hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes ihr Minimalziel erreicht. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Doch jetzt will das Team mehr. "Es ist eine Zwischenetappe, die wir erreicht haben. Wir haben noch Luft nach oben", sagt Kreisläuferin Anja Althaus und fügt mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf in Serbien an: "Wir sind hungrig."

Erste Medaille seit 2007?

Die starken Auftritte in der Vorrunde haben Begehrlichkeiten geweckt. Eine Medaille scheint möglich, es wäre die erste bei einem großen Turnier seit WM-Bronze 2007.

Laura Steinbach möchte daran aber noch nicht denken. "Wir haben eine sehr starke Gruppe gespielt und sind Erster, aber wir haben noch nichts gewonnen", sagt die Rückraumspielerin.

Torfrau Woltering als Matchwinner

Aus einer starken Mannschaft ragten bisher Torfrau Clara Woltering und Torjägerin Susann Müller heraus. Woltering gibt der jungen Mannschaft mit ihren Paraden viel Sicherheit.

So rettete sie den knappen Sieg gegen Ungarn (27:26) zum Abschluss der Vorrunde mit einem gehaltenen Siebenmeter acht Sekunden vor Spielende (Bericht).

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Müller macht den Unterschied

Im Angriff ist auf Müller Verlass. Die Rückraumspielerin des HC Leipzig warf in den fünf Vorrundenspielen 45 Tore und machte des Öfteren den Unterschied aus.

"So eine Spielerin brauchst du, die alles trifft und auch unmögliche Bälle reinmacht", sagte Jensen.

Bauer träumt vom Finale

Auch Ex-Nationalspieler und SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar gerät bei Müllers Spiel ins Schwärmen.

"Sie spielt mit ihren herausragenden athletischen und technischen Fähigkeiten fast wie ein Mann", schrieb Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne (Bericht).

Sollten die deutschen Frauen ihrer Favoritenrolle gegen Angola gerecht werden, erhält sie ab dem Viertelfinale weitere Unterstützung.

DHB-Präsident Bernhard Bauer hat seine Anreise angekündigt. "Ich hoffe natürlich, dass ich sogar bis nächsten Sonntag zittern darf", so Bauer mit Blick auf den Finaltag: "Träumen darf man ja."

Harter Brocken im Viertelfinale

Bei einem Sieg im Viertelfinale wartet dann der erste, richtig schwere Prüfstein für die Jensen-Girls.

Der Gegner wird zwischen Montenegro und Dänemark ermittelt.

Die Däninnen qualifizierten sich als Dritter hinter Brasilien und Gastgeber Serbien für die K.o.-Phase.

Platz vier bei WM 2011

Bei der letzten WM 2011 verpassten die Skandinavierinnen knapp eine Medaille und landete nach einer 18:24-Niederlage gegen Spanien im Spiel um Platz drei auf dem vierten Rang.

Die ganz große Zeit Dänemarks ist vorbei. Jahrelang zählte der Weltmeister von 1997 zur absoluten Weltspitze im Damen-Handball.

Die letzte Medaille holte Dänemark 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen, damals allerdings die Goldmedaille.

Montenegros Traum im Jahr 2012

Bei einem Sieg Montenegros wäre die Aufgabe wohl kaum einfacher.

Sie beendeten die Vorrunde in der Gruppe A auf Platz zwei hinter Frankreich.

Die junge Nation feierte im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in London und der Europameisterschaft in Serbien die größten Erfolge ihrer noch jungen Geschichte.

Bei Olympia unterlag man erst im Finale Norwegen mit 23:26. Im Dezember gelang dann bei der EM die Revanche. Nach Verlängerung siegte Montenegro mit 34:31.

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