Die Handballerinnen trumpfen bei der WM mit dem dritten Sieg groß auf. Präsident Bauer jubelt: "Da geht mir das Herz auf."

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Novi Sad/München - Nach dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale war sogar der Präsident verzückt.

"Da geht mir das Herz auf", sagte DHB-Boss Bernhard Bauer.

Mit der makellosen Bilanz von drei Siegen aus drei Spielen greifen die deutschen Handballerinnen bei der WM in Serbien nun nach dem Gruppensieg.

Immer die passende Antwort

Die weiteren Gegner sind Außenseiter Tunesien am Donnerstag (ab 16:45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1u. LIVESCORES) und der EM-Dritte und Gruppenfavorit Ungarn am Freitag (ab 16:45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1u. LIVESCORES), bevor am Sonntag die K.o.-Phase startet.

"Das Team kommt immer besser ins Turnier, ist mit Begeisterung dabei und hat bisher auf jede neue Spielsituation die passende Antwort gefunden", sagte Bauer nach dem überzeugenden 26:23 (13:12) am Dienstagabend gegen das hoch gehandelte Rumänien (Bericht).

Brocken vermeiden

Zuvor hatte die DHB-Auswahl bereits souveräne Siege gegen Australien (36:15) und Tschechien (37:32) eingefahren (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Es ist toll, dass wir das Achtelfinale erreicht haben", sagte Bundestrainer Heine Jensen: "Das war unser Ziel, jetzt können wir beruhigt nach vorne schauen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, daran hat sich nichts geändert."

In den verbleibenden Gruppenspielen geht es nun darum, sich die bestmögliche Ausgangsposition für die Runde der letzten 16 zu schaffen, um den ganz schweren Brocken wie Norwegen und Spanien zunächst aus dem Weg zu gehen.

Präsident zittert mit

Auch Bauer, der die "attraktive Spielphilosophie" der Jensen-Truppe hervorhob, freute sich nach dem perfekten WM-Auftakt: "In der jetzigen Verfassung ist die Mannschaft im Turnierverlauf noch für einige Überraschungen gut."

Der Verbandschef verfolgt den momentanen Höhenflug des EM-Siebten vom heimischen Fernsehsessel aus. In Leonberg bei Stuttgart hat er sich sein ganz persönliches WM-Studio eingerichtet. Auf Cola und Popcorn verzichtet er aber bewusst.

"Essen und Trinken während der Spiele geht nicht. Dafür bin ich viel zu angespannt und aufgeregt", sagte Bauer.

Träumen erlaubt

Am kommenden Mittwoch will der 63-Jährige dann auch nach Belgrad fliegen und wäre dort ab einem möglichen Viertelfinale bei der Mannschaft.

"Ich hoffe natürlich, dass ich sogar bis nächsten Sonntag zittern darf", sagt Bauer und schiebt nach: "Träumen darf man ja."

Tritt dieses Szenario ein, wäre es für den Weltmeister von 1993 die erste Medaille seit WM-Bronze 2007.

Müller und Woltering ragen heraus

Beflügelt werden die Träume maßgeblich von zwei Spielerinnen: Torhüterin Clara Woltering, die gegen Rumänien unter anderem sechs Siebenmeter entschärfte und ihrer Mannschaft mit zahlreichen Glanzparaden ein sicherer Rückhalt war.

Und vor allem Susann Müller. Die Linkshänderin des HC Leipzig spielt das Turnier ihres Lebens und traf in den bisherigen drei Spielen 28 Mal. "So eine Spielerin brauchst du, die alles trifft und auch unmögliche Bälle reinmacht", sagte Jensen.

Nach Meinung des früheren Nationalspielers Stefan Kretzschmar könnte Müller sogar bei den Männern mithalten. "Sie spielt mit ihren herausragenden athletischen und technischen Fähigkeiten fast wie ein Mann", schrieb Kretzschmar in seiner SPORT1-Kolumne.

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