Gegen Tschechien legen die Deutschen vor. Jetzt will das DHB-Team ins Achtelfinale. Eine Welthandballerin hat etwas dagegen.

[kaltura id="0_9qvomlw4" class="full_size" title=""]

Von Jörg Bullinger und Patrick Mayer

München - Die DHB-Frauen sind heiß. Heiß auf Rumänien, heiß auf das Achtelfinale der Handball-WM in Serbien

Mit einem weiteren Sieg an diesem Dienstag gegen die Rumäninnen (ab 16:45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 u. LIVESCORES) hätte die Auswahl des Deutschen Handballbundes schon vor den Spielen gegen Tunesien (Do., ab 16:45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 u. LIVESCORES) und Ungarn (Fr., ab 16:45 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 u. LIVESCORES) die K.o.-Phase erreicht.

Mit dem 37:32 gegen Tschechien (Bericht) verschaffte sich das Team am Montag eine Top-Ausgangslage.

Jetzt wartet der erste echte Prüfstein auf dem Weg zu einer von SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar prophezeiten WM-Medaille. Rumänien führt die Gruppe D vor dem Team von Bundestrainer Heine Jensen an (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Mächtig Dampf"

Bei der EM 2012 in Montenegro landete die von Trainer Gheorghe Tadici betreute Mannschaft auf Rang zwölf - vier Plätze hinter der DHB-Auswahl.

Wie stark die Rumäninnen tatsächlich sind, bewiesen sie Im ersten Turnierspiel - sie fertigten Tunesien mit 27:17 ab. Am Dienstag ließen sie ein 32:13 gegen Australien folgen. Eine klare Angelegenheit.

"Das wird ein anstrengendes Spiel. Rumänien ist ein dicker Brocken", sagt Woltering im Gespräch mit dem Radiosender SPORT1.fm vor dem anstehenden Topduell.

Aber nicht nur die Rumäninnen auch die DHB-Sieben ist vom Start weg voll im Turnier angekommen. "Wir bauen im Rückraum viel Druck auf und kommen mit mächtig Dampf", sagt Rückraum-Shooterin Laura Steinbach bei SPORT1.

Die Durchschlagskraft am Kreis ist augenscheinlich. Die Heine-Sieben kommt voll über den Kampf. Spielerische Raffinesse steht hinten an - bisher.

Zupackender Gegner

Das wird gegen Rumänien nicht anders sein. "Wir sind bisher zufrieden, haben 4:0-Punkte und dadurch viele Möglichkeiten", führt Torhüterin Woltering weiter aus.

Die Möglichkeiten auf der Platte werden gegen physisch robuste Rumänien weitaus geringer sein. Der Gegner packt in der Abwehr gerne kräftig zu.

Doch die 30-Jährige hat einen wichtigen Erfolgsfaktor für das junge Team ausgemacht: Frühreife. "Je mehr Weltmeisterschaften man als Mannschaft gespielt hat, umso reifer ist man und bringt Erfahrung mit", erklärte sie.

Die helfe, um Schwächeperioden glimpflich zu überstehen. Phasen, die sich beim Sieg gegen Tschechien auffallend häufig einschlichen. "Ich 60 Minuten kann das schon Mal passieren, aber wir haben es ganz cool zu Ende gebracht", meint sie rückblickend.

Superstar Neagu

Cool zu Ende führt auch der Star der rumänischen Mannschaft ihre Angriffe: Cristina Neagu. Die 25-Jährige war 2010 Welthandballerin des Jahres.

Danach ereilte die Rückraumspielerin eine bittere Pechsträhne. Nachdem sie sich zunächst schwer an der Schulter verletzt hatte und lange nicht spielen konnte, folgte im Januar dieses Jahres ein Kreuzbandriss. Es bleiben Zweifel, ob die Rechtshänderin bereits wieder in Topform ist.

Nationalcoach Tadici musste zudem kurz vor Turnierbeginn den Verlust von Torhüterin Mirela Nichita verkraften. Wegen eines Muskelfaserrisses sagte sie ihre Teilnahme in Serbien ab. Nicht unbedingt ein schlechtes Omen.

Denn für Nichita rückte die 34-Jährige Talida Tolnai nach, die 2010 bei der EM in Dänemark und Norwegen gemeinsam die Bronzemedaille holte. Geht es nach Stefan Kretzschmar, gehört diese bei der WM sicher den Deutschen - mindestens.

Weiterlesen