Heine Jensen ist heiß auf die anstehende Standortbestimmung der DHB-Frauen
Heine Jensen hat beim DHB nun einen Vertrag bis 2017 © getty

Deutschland feiert den WM-Auftakt und Jensens neuen Vertrag still. Für den nächsten Gegner Tschechien gibt's Respekt.

Novi Sad/Hamburg - Bundestrainer Heine Jensen hätte allen Grund für ein Gläschen Sekt gehabt, doch die Party in Novi Sad/Serbien fiel bescheiden aus.

"Wir sind hier, um eine Weltmeisterschaft zu spielen, und nicht, um eine Vertragsverlängerung zu feiern", sagte Jensen und richtete den Blick sofort auf das zweite Gruppenspiel der deutschen Handballerinnen (Montag, ab 17 Uhr LIVE im TV bei SPORT1 u. LIVESCORES).

Zuvor hatte der Deutsche Handballbund (DHB) die bis 2014 laufende Zusammenarbeit mit dem 36-jährigen Dänen vorzeitig bis Ende 2017 verlängert. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Erfolg gegen Australien schnell abgehakt

Jensen blieb sich trotz dieses enormen Vertrauensbeweises treu und kümmerte sich gewohnt akribisch um seinen aktuellen Job vor Ort.

"Ich bin guter Dinge, dass wir gegen Tschechien noch ein paar Prozent draufpacken werden", sagte er.

Den ebenso ungefährdeten wie unspektakulären 36:15 (17:7)-Erfolg gegen Handball-Exot Australien (Bericht) hatte er schnell abgehakt: "Das war das Freilos in der Gruppe, in den nächsten vier Spielen wird es enger zugehen. Darauf freuen wir uns."

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Mit Jensen bis zur WM 2017

Die Nachricht des ersten WM-Spieltages war ohnehin eine andere.

Bereits wenige Stunden vor dem Turnierbeginn stand fest, dass Jensen die deutsche Mannschaft als Bundestrainer zur WM 2017 im eigenen Land führen wird.

"Wir wollen damit ein Zeichen setzen", sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer: "Heine und sein Team genießen unser absolutes Vertrauen, und auf dem Weg zu unseren großen Zielen mit den Olympischen Spielen 2016 und der Heim-WM 2017 brauchen wir Kontinuität auf höchstem Niveau."

Zweimal Deutscher Meister mit Leipzig

Jensen zeichnet seit 2011 für die Frauen-Nationalmannschaft verantwortlich.

"Der DHB hat mir vor zwei Jahren als jungem Vereinstrainer eine große Chance gegeben, für die ich noch immer sehr dankbar bin", sagte der Däne, der vor seiner Zeit beim DHB mit dem HC Leipzig zweimal die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte.

Der neue Vertrag sei nicht nur ein "großer Vertrauensbeweis" für ihn, "sondern ich empfinde es als Kompliment für unser gesamtes Team".

Traum von einer Medaille

In Serbien träumt die deutsche Auswahl von der ersten Medaille seit WM-Bronze 2007, Minimalziel ist das Achtelfinale.

Mit einem Sieg gegen den EM-Zwölften Tschechien, der zum Auftakt mit 27:35 gegen den Mitfavoriten Ungarn verlor, wäre der Platz unter den ersten vier Teams der Gruppe D schon in greifbarer Nähe.

Tschechien hat ein anderes Format

"Da wartet aber jetzt ein ganz anderer Brocken auf uns", warnte Torhüterin Clara Woltering, "vergangenes Jahr sahen wir einmal ziemlich unglücklich gegen die Tschechinnen aus".

Wohl wahr: Vor 14 Monaten kam Jensens Team im Vorfeld der Europameisterschaft beim 23:30 in Most gehörig unter die Räder, bevor sie sich drei Tage später mit 29:20 revanchierte.

In den weiteren Spielen der Vorrunde trifft das deutsche Team auf Rumänien, Tunesien und Ungarn.

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